15.01.2020 07:28 |

6 Kinder unter Opfern

Massiver Anstieg bei Zahl der getöteten Fußgänger

Eine massive Zunahme an tödlichen Unfällen mit Fußgängern im Straßenverkehr musste im Vorjahr auf Österreichs Straßen registriert werden. Während die Zahl an Verkehrstoten laut vorläufiger Bilanz nahezu gleichblieb, kamen 2019 insgesamt 68 Passanten - darunter sechs Kinder - ums Leben. 2018 waren es noch 47 Tote gewesen, Kinder waren damals nicht unter den Opfern.

Wie die Analyse des Verkehrsclubs Österreich, kurz VCÖ, auf Basis der Unfalldaten des Innenministeriums zeigt, war zudem jedes zweite Todesopfer, das zu Fuß unterwegs war, 75 Jahre oder älter. Allein in der Altersgruppe ab 75 plus stieg die Zahl der getöteten Fußgänger um zwölf.

„Verkehrssystem muss fehlertoleranter werden“
„Unser Verkehrssystem nimmt ausgerechnet auf die Schwächsten, nämlich auf Kinder und auf ältere Menschen, viel zu wenig Rücksicht. Österreich braucht rasch Maßnahmen für eine kindgerechte und seniorengerechte Verkehrsplanung“, betonte VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. „Unser Verkehrssystem muss fehlertoleranter werden. Ein Fehler darf nicht mit schwersten oder gar tödlichen Verletzungen bestraft werden.“

Sieben von zehn tödlichen Fußgängerunfällen geschahen im Ortsgebiet, zudem war jeder dritte tödliche Fußgängerunfall mit Fremdverschulden von Lkw oder Klein-Lkw verursacht worden. Der VCÖ forderte als Reaktion auf diese Zahlen mehr Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet und sichere Gehwege zwischen Siedlungen und dem nächstgelegenen Ort.

„Risiko schwerer Verletzung nimmt mit Tempo exponentiell zu“
Insbesondere in Wohngebieten wäre laut dem Verkehrsclub die verstärkte Umsetzung von Begegnungszonen und Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet angezeigt. Tempo 50 im Ortsgebiet sollte lediglich dort erlaubt sein, wo es für die Verkehrssicherheit zulässig ist. „Niedrigeres Tempo des Kfz-Verkehrs bedeutet, dass Autos und Lkw entweder rechtzeitig stehen bleiben können, falls ein Kind oder auch eine ältere Person plötzlich die Straße betritt, oder der Zusammenstoß mit geringerer Geschwindigkeit passiert. Das Risiko schwerer Verletzung nimmt mit dem Tempo exponentiell zu“, erklärte der VCÖ-Sprecher.

Bei 27 tödlichen Fußgängerunfällen gab es laut BMI Fremdverschulden. Jeder dritte dieser Unfälle wurde von Lkw oder Klein-Lkw verursacht, sechs von zehn von Pkw und einer von einem Moped. Auch die Reduktion des Liefer- und Zustellverkehrs erhöht die Verkehrssicherheit. Die gelte auch für übersichtliche Straßenübergänge im Ortsgebiet, damit Kinder, welche die Straße überqueren möchten, von Autofahrern rechtzeitig gesehen werden können. Für ältere Menschen sind bei Fußgänger-Ampeln längere Grünphasen und kürzere Rotphasen sehr wichtig.

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