Mediationsverfahren

Gespräche sollen Streit um Islam-Zentrum schlichten

Beim - von Anrainern angefeindeten - geplanten Bau eines islamischen Zentrums in Wiener Neustadt wird es ein Mediationsverfahren geben. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen. Dafür wird laut Magistrat ein unabhängiger Moderator vom Integrationsservice des Landes beigezogen.

Das Mediationsverfahren wird in Kürze starten, eingebunden werden der türkische Verein Havas, die Anrainer und Vertreter der Gemeinderatsfraktionen.

Gegen das in der Badenerstraße im Wiener Neustädter Industriegebiet geplante Zentrum treten Bewohner angrenzender Schrebergärten auf, weil sie um ihre Ruhe vor allem an den Wochenenden fürchten. Das Projekt sei mit Bürgermeister Bernard Müller (SP) besprochen, erklärte dazu Vereinsobmann Fevzi Demir. Die Anrainer bräuchten keine Angst zu haben, denn "der Islam ist keine gefährliche Religion". Das derzeitige Gebetshaus in der Siglgasse würde aus allen Nähten platzen.

Ein positives Beispiel für den vom Gemeinderat initiierten Annäherungsversuch von beiden Seiten könnte Bad Vöslau (Bezirk Baden) geben: Dort wurden zunächst 1.600 Unterschriften gegen einen Moscheebau gesammelt, ehe monatelange Mediation nicht nur Konsens in Fragen der Architektur des Gebäudes brachte, sondern zu zahlreichen Initiativen für ein Miteinander der Kulturen führte. Ein Integrationsarbeitskreis bildete sich, Kurse und Veranstaltungen wurden abgehalten und unter anderem Frauentreffen eingeführt. Das dezente, hell wirkende Gebetshaus mit zierlichen Glastürmchen wurde im Oktober 2010 eröffnet.
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