Hinter den Linien

Hack’n’Slay-Rollenspiel im 2. Weltkrieg: ‘Partisan’

Spiele
28.06.2010 16:43
In ein für das Genre wirklich ungewöhnliches Setting entführt "Partisan – Widerstand hinter feindlichen Linien" den Spieler: Er findet sich in dem Hack'n'Slay-Rollenspiel mitten im Zweiten Weltkrieg wieder. Eigentlich eine nette Idee, die für Abwechslung im ansonsten immer gleichen Fantasy-Universum von Diablo und Konsorten sorgt.

Der Gamer schlüpft in "Partisan" in die Rolle eines russischen Offiziers, der – natürlich zu Unrecht – in ein Strafbatallion versetzt wurde. Da dieses gleich zu Spielbeginn von den deutschen Wiedersachern attackiert und aufgerieben wird, setzt es sich der Held zum Ziel, fortan hinter feindlichen Linien nach den gefangenen Kameraden der Roten Armee zu suchen und diese zu befreien.

Kurz und knackig wie die Story ist auch das Spielprinzip erklärt: Eigentlich zockt sich Partisan wie ein Diablo mit Schussfeuerwaffen. Der Spieler läuft durch Levels, macht dort alles nieder was er vorfindet und sammelt unterwegs fallengelassene Waffen der Feinde ein. Dabei gibt es (nennen wir es in diesem Fall nicht magische) auch außergewöhnlich Gegenstände und Schießprügel, die mehr können, als ihre eigentlich gleich aussehenden Verwandten. Der Sammelwut darf also auch in Partisan gefrönt werden. Hat der Protagopnist genügend Feinde um die Ecke gebracht, darf er natürlich aufgelevelt werden und allerhand Spezialfähigkeiten für den Nah- und Fernkampf erlernen.

Leider krankt es aber im Vergleich zum großen Vorbild am Drumherum: Atmosphärische Zwischensequenzen sucht man vergeblich. Außerdem geraten die Kämpfe auf die Dauer zum immer gleichen Feuerduell – Abwechslung bei den Feinden sucht man vergebens. Wobei das in der Welt des Zweiten Weltkriegs wahrscheinlich auch komisch gewesen wäre. Man stelle sich zweiköpfige, riesige deutsche Soldaten vor, die womöglich auch noch Feuerbälle spucken. Von dem her eine nachvollziehbare Entscheidung der Entwickler, auch wenn die Gegnerschar doch schnell langweilig wird. Zudem glänzen die virtuellen Wehrmachtssoldaten nicht gerade mit ausgetüftelter KI, sondern verhalten sich meist ähnlich stupide.

Grafisch hingegen ist Partisan wirklich als gelungen zu bezeichnen: Die von schräg oben anzusehenden Levels schauen nett aus und auch die Umwelteffekte wie im Gras oder an der Wasseroberfläche sind schön gemacht. Der Sound ist in Ordnung, vor allem die bei heftigen Gefechten einsetzende Metal-Mucke trägt überraschenderweise zum Aufbau der Stimmung bei. Gesteuert wird Partisan klassisch per Maus, auch wenn der Spieler auf Wunsch mit den Pfeiltasten laufen kann. Da das aber meist in irrgeleiteten Abstechern ins Gelende endet, greift man schon bald wieder auf die altvertraute Klickerei zurück.

Fazit: "Partisan – Widerstand hinter feindlichen Linien" ist ein nett gemachtes Hack'n'Slay-Rollenspiel vor einem für das Genre erfrischend ungewöhnlichen Hintergrund. Leider wirkt es auf Dauer etwas eintönig und hat auch mit einem Mangel an Atmosphäre zu kämpfen - zu gleichmäßig und ohne Höhepunkte läuft der Partisanenkampf durch die Levels ab. Genrefans können einen Blick riskieren, ansonsten bleibt man besser bei den Klassikern.

Plattform: PC
Publisher: dtp entertainment
krone.at-Wertung: 6/10

von Stefan Taferner

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