05.01.2020 10:00 |

Steirische Klimaretter

Tierfutter aus der eigenen Produktion

Die Dosen und Schälchen stapeln sich, der Inhalt lässt oft zu wünschen übrig: Konventionelles Tierfutter macht Hund und Katze zwar satt, aber Frauerl und Herrl nicht immer glücklich. Deshalb greift Michaela Vyskocil nun selber zum Kochlöffel.

Seit Familie Vyskocil aus St. Oswald am Plankenwarth um Hündin Ilka erweitert wurde, ist nicht nur die Freude im Haus angewachsen, sondern auch das Müllaufkommen. „Die vielen Dosen, Schälchen und Säcke, die man benötigt, um einen Hund satt zu bekommen, haben mich schon immer gestört“, sagt Michaela Vyskocil. Zudem stießen ihr die Inhaltsstoffe, die in der handelsüblichen Tiernahrung zu finden sind, sauer auf: „Das Futter wird gerne mit Getreide gestreckt, dabei ist der Magen des Hundes, der ja vom Wolf abstammt, überhaupt nicht dafür gemacht“, schüttelt die 62-Jährige den Kopf.

Weniger Allergien mit besserer Nahrung
Nach einer erfolglosen Suche nach uneingeschränkt guten Alternativen blieb der ehemaligen Bankangestellten letztlich nur eines: den Gourmet auf vier Beinen selber zu bekochen. „Wenn man sich ein bisschen mit der Materie beschäftigt, ist es gar keine Hexerei. Der Hund braucht in erster Linie Fleisch. Dieses kann man entweder einkochen, dadurch wird es länger haltbar, oder man verfüttert es roh. Dazu noch etwas Obst, Gemüse, Eier oder etwa Öle - und fertig ist die perfekte Mahlzeit“, weiß Vyskocil.

Auf die Qualität der Ingredienzien wird zwar Wert gelegt, von zu viel Chichi hält die zweifache Mutter aber nichts: „Mit uns Tierbesitzern kann man ja gutes Geld machen. Immer öfter kommen mir so genannte Superfoods für Vierbeiner wie etwa Grünlippmuschelpulver oder Algenextrakte unter. Das muss wirklich nicht sein, noch dazu, wo wir viele bekömmliche Kräuter vor der Haustüre haben“. Wo diese zur Anwendung kommen? „Petersilie hilft beispielsweise gegen Mundgeruch“, lacht die Expertin.

Größter Tierfutterbetrieb Österreichs nahe Graz
Dass Rohfütterung (im Fachjargon „Barfen“ genannt) im Trend liegt, kann auch Katrin Rothschedl von „Foggis“ aus Unterpremstätten bestätigen. Seit sie die Fleischerei ihres Vaters 2014 übernommen und auf einen reinen Tiernahrungsbetrieb umgestellt hat, sind die Umsätze explodiert: „Wir haben mit drei Mitarbeitern begonnen, heute sind es 17.

Immer mehr Leute legen Wert auf gutes Hunde- und Katzenfutter. Bei uns wissen sie, was sie bekommen, dass wir alles selber machen“, sagt die 34-jährige Geschäftsführerin. Dass die Kunden auch häufiger an die Umwelt denken, freut Rothschedl: “Immer mehr kommen mit ihren eigenen Boxen, so helfen sie uns, Plastik zu sparen."

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Barbara Winkler
Barbara Winkler
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