Zu Beginn kann einer der beiden Charaktere gewählt werden. Ein nettes Feature, das aber für das Kommende keinerlei Bedeutung hat. Nachdem das sabotierte Raumschiff unsanft wieder auf der Planetenoberfläche zum Stillstand gekommen ist, bricht sofort die Hölle los. Nicht einmal vor den eigenen Sicherheitseinrichtungen des Schiffes ist man sicher. Was bleibt einem da noch anderes übrig, als beherzt zur nächstbesten großen Wumme zu greifen und drauflos zu ballern, was das Zeug hält?
Mit der Wii-Fernbedienung wird dabei gezielt und gefeuert. Das Nunchuk dient dazu, dem gegnerischen Feuer auszuweichen. Das geht in alle vier Richtungen, da die Charaktere auch in der Luft schweben können. Ansonsten braucht man sich um die Steuerung nicht zu kümmern, da sich die Figuren automatisch durch die Levels bewegen.
Bei älteren Semestern sorgt das Geschehen somit für nostalgische Gefühle und das eine oder andere feuchte Auge, handelt es sich beim Spielprinzip im Grunde doch um einen guten alten Rail-Shooter. Mit einer Lightgun wurde damals so Stunde um Stunde vor einem Spielautomaten verbracht. Der Wii-Zapper ist daher für "Sin and Punishment" ohne Weiteres einsetzbar, aber keine Grundvoraussetzung.
Am Schirm ist jedenfalls einiges los. Es blitzt, kracht, explodiert und scheppert. Ein wahres Feuerwerk an Effekten prasselt auf den Spieler nieder und lässt ihn mitsamt der Wii-Hardware ordentlich schwitzen. Die Charaktere rasen durch gut designte Levels und werden mit Geschossen nur so eingedeckt, dass einem vor allem anfangs Hören und Sehen vergeht.
Der knackige Schwierigkeitsgrad ist denn auch die einzige wirkliche Hürde. Vielleicht liegt es ja aber auch nur an den altersbedingt nachlassenden Reaktionszeiten. Mit etwas Ausdauer und Ehrgeiz lernt man jedoch recht bald, den Gegnerscharen das Fürchten zu lehren.
Ideenreich gestaltete Zwischengegner sorgen schließlich für zwischenzeitliche Adrenalinschübe, während Extrawaffen das Fortkommen gehörig erleichtern. Erleichterung verschafft auch der obligat verfügbare Koop-Modus. Zu zweit geht es doch entschieden einfacher, sich der Gegnerhorden zu erwehren.
Fazit: Ohne die kleinen grauen Zellen bemühen zu müssen, darf endlich wieder einmal einfach wild drauflos geballert werden. Wenn wie im Falle von "Sin and Punishment: Successor of the Skies" die richtigen Zutaten verwendet werden, die auf der Wii ein wahres Effektfeuerwerk abbrennen, glüht der Wii-Fernbedienungsabzugsfinger bis zum bitteren Ende. Das gut designte, traditionelle, unkomplizierte und um einige Feinheiten erweitere Shoot'em Up sorgt für alles - verschwitze Hände, weit aufgerissene Augen, hektische Bewegungen -, nur keine Langeweile.
Plattform: Wii (getestet)
Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung: 8/10
von Harald Kaplan
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