Christoph Dichand

Die “Krone” bleibt unabhängig

Österreich
19.06.2010 09:26
"Eine Zeitung kann mit Druckerschwärze und Papier hergestellt werden. Aber sie muss mit dem Herzblut der Redakteure und der Herausgeber geschrieben sein, denn die wahren Chefredakteure sind die Leser, und nur wer das versteht, ist in der Lage, Zeitung zu machen."

Mit diesem Grundsatz hat Gustav Davis, Offizier der alten Armee, erfolgreicher Theaterschriftsteller und Libretti-Verfasser für Johann Strauß und andere, im Jahr 1900 die alte "Kronen Zeitung" gegründet. Damit ist er so etwas wie der Ur-Vater dieser Zeitung.

Kaum jemand hat den Spruch so sehr verinnerlicht wie Hans Dichand, der die Zeitung nach dem Krieg wieder aufleben ließ. Für ihn stand der Journalist immer im Vordergrund. "Nur ein Journalist" war ein Titel seiner Biografien. Er widmete sein Leben der "Krone", wie Ernst Trost geschrieben hat. Er lernte in der "Krone"-Redaktion sogar seine Lebenspartnerin, seine Frau Helga Dichand, kennen. Nur wenige wissen, dass sie deswegen zur "Krone" kam, weil schon ihre Mutter noch in der alten "Krone"-Redaktion unter Gustav Davis Journalistin war. So gab es immer eine starke familiäre Bindung zu den Journalisten, zu den Mitarbeitern dieser Zeitung. Eine Bindung, die heute stärker denn je ist und die sich längst über jedes kaufmännische Kalkül hinausbewegt hat. 

Ein verdienter Mitarbeiter des Hauses hat es einmal mit folgenden Worten beschrieben: "Bei uns gibt es so etwas wie ein eigenes 'Krone-Gefühl', das man mit der Zeit verinnerlicht."

Unabhängig
Und wenn wir damit eines in unser Herzblut aufgenommen haben, dann ist es Unabhängigkeit. Viel hat man uns nachgesagt, wir seien eine linke Zeitung, dann wieder zu weit rechts, zu konservativ, fast schon ein Kirchenblatt. In Wahrheit stimmt das alles nicht, denn wir waren immer nur eines – unabhängig. Keine andere Zeitung hat jene Kraft zur Unabhängigkeit, wie sie die "Krone" hat.

Über die Kraft der "Krone" und ihren Einfluss wurde immer gerne philosophiert. Sie habe viel bewirkt, verändert, schreibt man. Aber selbst ihre schärfsten Kritiker waren oft froh, wenn sie sich in ihren Anliegen an sie anlehnen konnten. Dabei denke ich vor allem an Hainburg. Das Eintreten der "Krone" für den Schutz der Aulandschaft stand ja am Anfang der Grün-Bewegung, vielleicht hat es sie auch erst ausgelöst. Veränderungen hat es wohl durch die "Krone" gegeben, aber immer hat man artikuliert, was durch unsere Leserschaft vermittelt wurde. Im Dienste unserer Leser stehen wir, und im Dienste der Leser werden wir unsere Kraft einsetzen.

Von Gustav Davis bis Hans Dichand, der in diesem Zusammenhang vom viel zitierten "Vorhof der Macht" schrieb, wurde uns dieses Selbstverständnis mitgegeben. Und mit diesem Vermächtnis unserer Gründer werden wir weitermachen!

Christoph Dichand, Chefredakteur der Kronen Zeitung

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