25.11.2019 11:09 |

Tätern Macht nehmen

Wider Gewalt gegen Frauen: Ihr alle, zeigt Mut!

Der 25. November ist der „Tag gegen Gewalt an Frauen“. Und den braucht es: Noch immer wird jede fünfte Frau zumindest einmal im Leben Opfer von Gewalt. Was Tätern die Macht nimmt? Mutig sein!

Freiheit, Gleichheit, Emanzipation. Ja, wir reden seit ewigen Zeiten davon. Und wir haben viel erreicht, dürfen wählen, Karriere machen. Und dann schmeckt plötzlich das Abendessen nicht, ist das Haus nicht schön geputzt genug oder just dieses eine Wort zu viel – und der Partner schlägt zu.

Häusliche Gewalt geht uns alle an
Erinnern Sie sich an die gehäuften Frauenmorde hierzulande zu Jahresbeginn? Das ist die Spitze des Eisberges. Jede fünfte Frau ab dem 15. Lebensjahr wird zumindest einmal Opfer von Gewalt, das sind etwa 20 Prozent. Noch nicht bedeutend genug? Gehen wir es von der anderen Seite an: „Das heißt, dass jeder fünfte Mann zumindest einmal zum Gewalttäter wird“, verdeutlicht Maria Rösslhumer vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF). Und das klingt schon beunruhigend!

Zitat Icon

„Es kann nicht sein, dass wir die Frauen in Frauenhäusern einsperren müssen, damit sie geschützt sind! Sie haben das Recht, ihr Leben in Freiheit zu leben."

Maria Rösslhumer, Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser

Häusliche Gewalt geht uns alle an, darin sind sich Frauen- wie Männereinrichtungen einig. Zivilcourage ist nach wie vor gefragt, etwa, wenn es in der Nachbarwohnung deutlich falsch zugeht. AÖF hat dazu etwa das Projekt „SToP“ in Wien gestartet, in dem gezeigt wird, wie man als Anrainer helfen kann.

Für Präventionsmaßnahmen fehlt das Geld
Was es noch braucht im Kampf gegen diese Abscheulichkeit? Geld. Für eine lückenlose Soforthilfe und umfassende Beweisführung – statt zu schnellen Einstellungen nach Anzeigen: Nur etwa zehn Prozent der Gewalttaten an Frauen werden laut Rösslhumer letztlich verurteilt. Oder auch Geld für Präventionsmaßnahmen, angefangen in Kindergärten und für Schulungen von Lehrern und Co.

„210 Millionen Euro pro Jahr fordern wir“, so Rösslhumer. Im Gegensatz dazu beliefen sich die Folgekosten von Gewalt auf 3,7 Milliarden Euro jährlich – allein für Österreich. Eines ist klar: Gewalt hört nicht einfach so auf. Dafür braucht es uns alle!

Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555 - Anonym, kostenlos, rund um die Uhr frauenhelpline.at

Silvia Schober, Kronen Zeitung

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