Heißer Anwärter

Für Constantini ist Spanien der Favorit auf den WM-Titel

ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini schlüpft bei der WM in die Rolle eines Spions. Der Tiroler schaut in Südafrika EM-Qualifikationsgegner Deutschland in dessen ersten beiden Gruppenspielen auf die Beine. Die DFB-Elf sieht der Coach allerdings nicht als aussichtsreichsten Titelanwärter, sondern eher Europameister Spanien.

Was können Fußball-Fans von der WM erwarten?
Constantini: "Es wird so wie bei jeder Weltmeisterschaft ein Spektakel werden. Ein Großereignis ist immer eine sensationelle Geschichte. Oft sind bei so einem Turnier die Gruppenspiele interessanter als das Finale. Besonders interessant wird es auch, wenn Mannschaften von verschiedenen Kontinenten aufeinandertreffen."

Wer wird Ihrer Meinung nach Weltmeister?
Constantini: "Ich würde auf Spanien tippen, aber das ist von so vielen Faktoren abhängig. Vielleicht auch England, Argentinien, Brasilien oder eine Überraschungs-Mannschaft aus Afrika."

Was trauen Sie EM-Quali-Gruppengegner Deutschland zu?
Constantini: "Die Deutschen sind nicht Top-Favorit, weil sie einige Verletzungen haben. Aber sie werden von allen Gegnern sehr respektiert und können wieder zeigen, dass sie eine Turniermannschaft sind. Ich bin mir nicht sicher, ob Ballack stark abgehen wird. Oft ist es so, dass der Beste ausfällt und die Mannschaft plötzlich besser spielt."

Wäre im Hinblick auf die bevorstehende EM-Qualifikation ein gutes oder ein schlechtes Abschneiden der Deutschen besser für das österreichische Nationalteam?
Constantini: "Ihr WM-Abschneiden wird auf die EM-Qualifikation keinen Einfluss haben, denn die EM-Quali ist wieder eine komplett neue Herausforderung.

Können Sie bei der Weltmeisterschaft in Bezug auf Deutschland überhaupt Aufschlüsse für die EM-Qualifikation bekommen?
Constantini: "Wenn ich nicht fliege, heißt es ja, der interessiert sich nicht für die WM. Wir werden die Deutschen auch danach noch öfter sehen. Bis wir in der Quali gegen sie spielen, könnte die Mannschaft an fünf, sechs Positionen verändert sein."

Wann wird der österreichische Teamchef wieder als Betreuer eines Teilnehmerlandes und nicht als Beobachter zu einer Endrunde reisen?
Constantini: "Das weiß ich nicht, ich hoffe auf jeden Fall, so schnell wie möglich. Unser Ziel ist es, die Qualifikation für die EURO 2012 zu schaffen. Dabei ist es wichtig, dass die Spieler regelmäßig zum Einsatz kommen und sich weiterentwickeln."

Stimmen Sie die jüngsten Nachwuchs-Erfolge wie die EM-Teilnahme des U19-Teams optimistisch?
Constantini: "Ja, aber solche Erfolge hat es immer gegeben. Es werden auch von dieser Mannschaft wieder einige wegbrechen. Diese Spieler in diesem Alter müssen einfach regelmäßig spielen."

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