21.10.2019 18:26 |

Anklage in 5230 Fällen

Ehemaliger KZ-Wächter: „Viele Leichen gesehen“

Im Prozess gegen einen früheren SS-Wachmann in Deutschland hat der Angeklagte sein Mitgefühl für die Gefangenen in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten bekundet. Es sei ihm ein großes Bedürfnis zu sagen, wie leid es ihm tue, was diesen Menschen angetan worden ist, meinte der 93-Jährige.

Sein Einsatzort Stutthof bei Danzig im heutigen Polen sei 1944/45 ein „Ort des Grauens“ gewesen, sagte Bruno D. am Montag in Hamburg zu Beginn seiner Befragung durch die Vorsitzende Richterin Anne Meier-Göring. „Ich habe viele Leichen gesehen. Die Bilder des Elends und des Grauens haben mich mein ganzes Leben verfolgt.“

Zu seinen Aufgaben habe es gehört, die Flucht, Revolte und Befreiung von Häftlingen zu verhindern, erklärte der 93-Jährige. Er habe teilweise bis ins Detail Kenntnis von den Erschießungen gehabt.

Wegen Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen angeklagt
Bruno D. ist der Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen angeklagt. Er soll als Wachmann zwischen dem 9. August 1944 und dem 26. April 1945 „die heimtückische und grausame Tötung insbesondere jüdischer Häftlinge unterstützt“ haben.

Wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten zur Tatzeit findet der Prozess vor einer Jugendstrafkammer am Landgericht Hamburg statt.

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