11.10.2019 06:03 |

Angenehm handlich!

Xperia 5: Sonys neue Kompaktklasse am Prüfstand

Smartphones werden immer größer - und damit unhandlicher. Vor allem in der High-End-Klasse ist der Trend zum Riesen-Smartphone branchenweit zu beobachten, handlichere Geräte mit starkem Innenleben sind selten geworden. Eines der wenigen griffigeren Handys mit High-End-Technik kommt von Sony und heißt Xperia 5. Wir haben es getestet.

Über weite Strecken gleicht Sonys auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) Anfang September enthülltes Xperia 5 dem Frühjahres-Flaggschiff Xperia 1. Die Unterschiede: Das Xperia 5 fällt durch sein lang gezogenes 21:9-Seitenverhältnis trotz 6,1 Zoll Diagonale handlicher aus als der große Bruder, verfügt über gestreckte Full-HD- statt 4K-Auflösung und verzichtet auf ein 960-fps-Zeitlupenfeature bei der Kamera.

Die harten Hardware-Fakten zum Xperia 5 finden Sie hier:

Sony Xperia 5

CPU

Snapdragon 855:
2,84 + 3 x 2,42 + 4 x 1,8 GHz

RAM

6 GB

Diagonale

6,1 Zoll (OLED HDR)

Auflösung

2520 x 1080 Pixel

microSD-Slot

bis 512 GB

Hauptkamera

12 MP (F/1.6): Phase Detection- und Kontrast-Autofokus, OIS, Farbspektrumsensor
12 MP (F/2.4) Weitwinkel
12 MP (F/2.4) Zweifach-Zoomoptik, OIS

Frontkamera

8 MP (F/2.0)

Funk

LTE, .ac-WLAN, Bluetooth 5.0, NFC, GPS, GLONASS

Maße

158 x 68 x 8,2 Millimeter; 164 Gramm

Akku

3140 mAh

Extras

Wasserfest (IP65/IP68)
Stereo-Speaker
Metall-Glas-Chassis
Fingerscanner (seitlich)

Software

Android 9

Preis

ca. 800 Euro

Die Hardware-Tabelle zeigt es schon: Gegenüber dem Xperia 1 macht man mit dem Xperia 5 kaum Abstriche. Die geringere Bildschirmauflösung hat in der Praxis keine Nachteile: Einzelpixel erkennt man auch mit Full-HD nicht, nebenbei spart die geringere Auflösung Strom. An den Vorzügen des HDR-OLED-Displays - satte Farben, starke Kontraste, auch für den Außeneinsatz adäquate Leuchtkraft - erfreut man sich auch beim Xperia 5. Vom lang gestreckten Bildformat profitiert man beim Surfen und passenden Videos. Darstellungsprobleme mit nicht an das exotischere Format angepassten Apps wären uns im Test keine aufgefallen.

Keine „Notch“ - aber ist das ein Nachteil?
Dass das Display keine Einkerbung („Notch“) hat, in der die Frontkamera untergebracht ist, sondern ober- und unterhalb des Bildschirms schmale schwarze Balken zu finden sind, empfanden wir angesichts der diskussionswürdigen Ästhetik dieser Einkerbungen nicht als schlimm. Das Display nutzt den verfügbaren Platz auch so gut aus. Dass es nicht über die Gerätekante gezogen wird, lässt das ganze Gerät sicherer in der Hand liegen und hat unserer Einschätzung nach keine Nachteile.

Mehr als genug Hardware-Power
Die Hardware-Power überzeugt ebenfalls. Der flotte Qualcomm-Prozessor, gepaart mit hinreichend Arbeitsspeicher, sorgt für ein jederzeit flüssiges Android-Bedienerlebnis, bietet genug Leistung für die neuesten Smartphone-Spiele und kam im Test auch beim Multi-Tasken nicht ins Stottern.

Jagt man ihn durch den einschlägigen Smartphone-Belastungstest AnTuTu, erzielt er mit rund 290.000 Punkten eine sehr gute Wertung und reiht das Xperia 5 in die Riege der High-End-Smartphones ein. Eine Folge des potenten Prozessors: Unter längerer Last - etwa bei fordernden Smartphone-Games - wird das Xperia 5 rückseitig auf Höhe der Kamera spürbar warm.

Gute Schnappschuss-Kamera für den Alltag
Die Kamera des Xperia 5 bewies sich im Test als solider Kompaktkamera-Ersatz für den Alltag. Im Tageslicht und bei hellem Kunstlicht stellt das Gerät sehr flott scharf und fängt detailreiche und farbstarke Schnappschüsse ein. Die hohe Lichtstärke der Hauptkamera sorgt auch bei weniger optimalen Lichtbedingungen noch für solide Fotos, im Zwielicht steigt aber die Auslösezeit signifikant, was das Verwacklungsrisiko erhöht.

Bei den weniger lichtstarken Zweit- und Drittkameras für Zoom- und Weitwinkelfotos verschärft sich diese Problematik noch etwas, bei gutem Licht profitiert man dafür von dem Mehr an Flexibilität, das die Zusatzkameras bringen und erhält gute Schnappschüsse. Manch ein Rivale mag bei Fotos etwas die Nase vorn haben, für den Alltag der meisten Smartphone-User ist das Xperia 5 aber kameratechnisch gut gerüstet.

Gut gefallen hat uns die Funktionsvielfalt der Kamera-App. Sie bietet Features wie Augen-Autofokus, Profi-Modus mit manuellen Einstellmöglichkeiten, nimmt 4K- Videos bei 30 Bildern pro Sekunde sowie Zeitlupen-Clips bei 120 Bildern pro Sekunde auf, enthält verschiedenste Filter, Portrait- und Panoramamodus sowie Spielereien wie Augmented-Reality-Filter, mit denen man sich bei Selfies Masken auf- oder virtuelle Saurier auf den Esstisch setzt.

Gutes Handling, gelungene Ausstattung
Eine besondere Stärke des Xperia 5 ist das Handling. Durch die schmale Form des Geräts lässt es sich - wenn auch mit hohem Schwerpunkt - für heutige Verhältnisse gut mit einer Hand bedienen und ist auch für Besitzer kleinerer Greifwerkzeuge geeignet. Einzig der relativ weit unten angebrachte Entsperr-Button erfordert etwas Eingewöhnung. Eine Hülle sollte man jedenfalls anschaffen: Die leicht aus dem Chassis hervorstehende Kamera und die Glas-Rückseite verlangen geradezu danach.

Die sonstige Ausstattung gefällt. Dass das Gerät wasserfest ist, ist ebenso ein nettes Extra wie der - den findet man sonst nirgends mehr - physische Kamera-Auslöser. Die Stereo-Lautsprecher entlocken dem Xperia 5 für Smartphone-Verhältnisse guten Klang, Klangverbesserungstechnologien wie Dolby Atmos sorgen auch auf Kopfhörern für guten Ton.

Da ist es doppelt schade, dass man durch den Verzicht auf einen Klinkenanschluss verkabelte Kopfhörer nur mit Adapter nutzen kann. Der seitlich platzierte Fingerscanner macht einen soliden Job, die berührungssensitive Kante, die Apps oder auch den Einhand-Modus startet, empfanden wir im Test eher als Spielerei. Die Verarbeitung unseres Testgeräts bot keinen Grund zur Beanstandung.

Software mit erwünschten und unerwünschten Dreingaben
Die Software ist Sony gut gelungen. Optisch operiert man nah an den Android-Standards, legt aber etliche gut gemachte Apps bei. Dazu zählen etwa grundsolide Apps für Musikwiedergabe und Bildbetrachtung inklusive Netzwerk-Features und Hochkontrastmodus, die „Cinema Pro“-App für ambitionierte Smartphone-Filmer, unterhaltsame Kamera-Extras oder auch ein Gaming-Modus, der das Gerät für Spiele optimiert. Sogar eine Rumble-Funktion für Games gibt es, die man im Grunde auch bei Video- oder Musikkonsum nutzen kann, was uns aber eher wie ein Gimmick vorkam.

Zwei Haare in der Software-Suppe haben wir dennoch ausgemacht: Einerseits wurde etwas Bloatware - Smartphone-Spiele, ein Hotel-Buchungsportal - vorinstalliert, die sich teilweise nicht deinstallieren, sondern lediglich deaktivieren lässt. Andererseits sorgen die Anpassungen des Herstellers dafür, dass es wohl etwas länger als etwa bei Android-One-Geräten dauert, bis neue Android-Versionen für das Xperia 5 veröffentlicht werden.

Gute Akkulaufzeit für den Durchschnittsnutzer
Bei der Akkulaufzeit macht das Xperia 5 durch sein weniger stromhungriges Display gegenüber dem Xperia 1 Fortschritte: Wer das Gerät nicht allzu intensiv nutzt, sollte ohne Probleme zwei Tage Betrieb herausholen. Wer Display und Prozessor stundenlang mit Smartphone-Games ausreizt, wird freilich nicht einmal einen Tag durchhalten und muss zwischenladen. Intensivnutzer kommen unserer Einschätzung nach ohne Weiteres durch den Tag, werden in aller Regel aber nachts Strom tanken.

Fazit: Guter Begleiter für Freunde handlicher Handys
Das Xperia 5 hat uns im Test besser gefallen als der große Bruder Xperia 1. Es bietet eine sehr gute Kamera, viel Rechenpower, angenehmes Handling und gefällige Software. Auch, wenn es nicht überall in der absoluten Oberklasse mitspielt und man anderswo schneller Updates kriegt: Das Xperia 5 ist ein hochwertiger Smartphone-Begleiter für den Alltag, der High-End-Technik im kompakten Gewand bietet und mit einem Preis von 800 Euro ein schmerzhaftes, aber nicht ganz so dramatisches Loch ins Geldbörsel reißt wie manch 1000-Euro-Rivale.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger
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