Die 40-Jährige fuhr immer wieder nach Indien und soll im Lauf der Jahre rund 3,5 Kilogramm Cannabisharz nach Österreich gebracht haben. Als Versteck benutzte sie unter anderem Schachfiguren, die sie sich schicken ließ. Einen Teil des Suchtgifts steckte ihr Freund aber auch einfach in den Rucksack, nachdem man es vorher sorgfältig zu Platten ausgewälzt und zugeschnitten hatte. "So wie Keksteig", fasste Staatsanwältin Eva Pachernigg zusammen.
Goldene Tage in Goa
Der Freund der Beschuldigten erzählte dem Gericht, er habe seinen Lebensunterhalt mit Drogenschmuggel verdienen wollen. Er selbst rauche seit dem 18. Lebensjahr Haschisch. "Aber die Schiene hat sie gelegt, sie war ja die Intelligentere", so Richter Karl Buchgraber. "Ja", pflichtete der sichtlich vom Drogenkonsum gezeichnete Steirer bei. Er selbst habe in Indien meist auf die Kinder seiner Freundin aufgepasst, "und wir haben halt viel geraucht", schilderte er die goldenen Tage in Goa.
Drogen wurden auf Partys vercheckt
Bei der Hausdurchsuchung der Angeklagten hatte man unter anderem auch sieben Gläser mit eingelegten "Magic Mashrooms" (bewusstseinserweiternde Pilze) gefunden. Außerdem Suchtgift, das die Mutter unter den Kindersachen versteckt hatte. Die Drogen wurden bei sogenannten "Goa-Partys" vertrieben, dort wurde nicht nur konsumiert, sondern auch fleißig verkauft. "Wie ist denn die Werbung für eine 'Goa-Party' betrieben worden?", fragte der Richter. "Das ging alles über das Internet", erzählte einer der Angeklagten. Ende März war die Party jedenfalls für alle vorbei, da klickten für acht Personen die Handschellen.
Die 40-jährige Steirerin war sichtlich schockiert über ihre hohe Strafe, die der Richter mit der "enormen Menge" und dem langen Tatzeitraum begründete. Alle drei Beschuldigten erbaten sich Bedenkzeit.
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