20.09.2019 12:00 |

„Krone“-Fragebogen

Internet: Das sagen die Spitzenkandidaten

Drei brisante Fragen aus der aktuellen „Krone“-Integral-Studie zeigen, wie unsere sechs Kanzler-Kandidaten über Online-Einkauf, den Schutz von persönlichen Daten im Web und den Ausbau des Internets denken. Wir haben die Spitzenkandidaten per Fragebogen konfrontiert:

Die Antworten der Spitzenkandidaten analysiert Politikwissenschaftler Peter Filzmaier: Mit allem Respekt: Kurze und klare Antworten von Politikern sind an sich gut, doch das ist allzu sehr „no na ned“. Dass man die digitale Infrastruktur ausbaut, was sonst? Es nicht zu tun, das wäre so, als würde man in den nächsten fünf Jahren auch keine Bau- oder Verkehrsprojekte mehr durchführen wollen. Überlässt man den Internetausbau dem freien Markt, werden Gegenden des ländlichen Raums nicht mit ausreichender Geschwindigkeit versorgt. Oder gar nicht. Mit 5G jedenfalls nicht. Weil es sich für die Internetbetreiberfirmen nicht rechnet. Wodurch kleinere Gemeinden in Randlagen von der wirtschaftlichen Entwicklung ausgeschlossen würden.

Genauso behaupten alle Parteien, den Datenschutz hochzuhalten. Wiederum was sonst? Hat irgendwer erwartet, dass Sebastian Kurz, Pamela Rendi-Wagner, Norbert Hofer & Co. sich als Datendiebe für fragwürdige Zwecke bezeichnen? Natürlich nicht. Detailangaben fehlen, wo der Nutzen von Internet & Co. endet und das Ausspionieren der Bürger beginnt. Peter Pilz und Werner Kogler sind da wenigstens ein bisschen konkret.

PS: Nur auf Politiker zu schimpfen, das wäre freilich viel zu einfach. Von der elektronischen Gesundheitsakte bis zu Interneteinkäufen müssen wir als Bürger und Wähler ein Bewusstsein entwickeln, wo wir unsere Daten hinterlassen. Die Vorteile des Alltagslebens durch die Digitalisierung müssen sorgsam mit der Gefahr des Datenmissbrauchs verglichen werden.

„Ich habe ja nichts zu verbergen!“, das ist einer der naivsten Sätze überhaupt. Kann sein. Doch dazu ein Gleichnis: Auch im heimischen Bad und in der Toilette geschieht nichts Rechtswidriges. Alles, was wir dort machen, ist zutiefst natürlich. Trotzdem brauchen wir keine gläsernen Nassräume, wo von außen alles beobachtet und aufgezeichnet wird, was wir dort tun ;). Und auch im Internet brauchen wir keine Totalüberwachung.

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