20.09.2019 06:00 |

Missbrauch im Netz

Wer schützt uns vor dem großen Datenklau?

Was wissen Facebook, Google und Co. - und wem verkaufen sie dieses Wissen über den Einzelnen? Drei Viertel der Österreicher sorgen sich, dass private Daten immer mehr dem Missbrauch ausgesetzt sind. Dennoch fordern 44 Prozent schnelleres Internet.

Was tun Sie in der Früh als erstes, nachdem sie die Augen geöffnet haben? Wandert ihr Blick aufs Smartphone, um die Uhrzeit, das Wetter oder die Nachrichten zu checken? Dann sind sie nicht alleine - vier von zehn Menschen schauen in der ersten halben Stunde nach dem Aufstehen zumindest ein Mal aufs Handy. Kommunikation, Information, Spaß und Freizeit - die Digitalisierung hat all diese Bereiche verändert.

Und mit den vielen neuen Chancen - vom Einkaufen rund um die Uhr bis zum Videotelefonieren mit Freunden auf anderen Kontinenten - wachsen auch die Sorgen, wie unsere große „Krone“-Umfrage unter 1500 Österreichern zeigt.

Angst vor Datenmissbrauch
Drei Viertel sind der Meinung, dass durch die Digitalisierung aller Lebensbereiche private und persönliche Daten immer mehr dem Missbrauch ausgesetzt sind. Unterschiede in der Wahrnehmung gibt es bei den Geschlechtern: Während acht von zehn Frauen Angst vor Datenmissbrauch haben, sind es bei den Männern „nur“ sieben von zehn.

Nicht nur um die eigenen Daten sorgen sich die Österreicher. 55% befürchten auch, dass die Digitalisierung dazu führt, dass ganze Bevölkerungsgruppen von Entwicklungen abgehängt werden. Ein aktuelles Beispiel ist die neue Zahlungssicherheitsrichtlinie der EU, die das Smartphone fast zur zwingenden Bedingung macht, um beim Einkaufen im Internet den Zahlungsvorgang abzuschließen.

Ruf nach flächendeckendem Highspeed-Internet
Obwohl die Skepsis in puncto Datensicherheit groß ist, fordern 44 Prozent den Staat auf, schnelleres Internet flächendeckend auszubauen. Vor allem den Männern ist das Highspeed-Surfen ein wichtiges Anliegen (54%), auch bei Menschen mit Universitätsabschluss, Matura sowie den oberen Einkommensklassen stimmt über die Hälfte der Forderung zu. Bei Frauen ist es nur ein Drittel.

Faktencheck

  • Schlusslicht bei Glasfaser, Vorreiter beim 5G-Ausbau? 1,1 % der Haushalte und Gebäude sind an Glasfaser angeschlossen - damit sind wir Schlusslicht in Europa.Der EU-Durchschnitt liegt bei 13,9 %. Europaweit führend ist Lettland mit 50,6%. Dafür startet Österreich im März als erster in Europa den Ausbau des Mobilfunkstandards 5G. Bis 2025 soll das schnelle Netz flächendeckend verfügbar sein.
  • 7,5 Milliarden Euro pro Jahr für Online-Shopping? Bekleidung, Elektrogeräte und Bücher sind die drei beliebtesten Kategorien, wenn die Österreicher im Internet einkaufen. Insgesamt geben wir 7,5 Milliarden Euro pro Jahr online aus - das sind elf Prozent der Gesamtausgaben und vier Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Mehr als die Hälfte fließt ins Ausland.
  • 16 Mal pro Woche wird Datenschutz verletzt? Im Mai 2018 trat die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft. Im ersten Jahr wurden EU-weit 65.000 Datenschutzverletzungen gemeldet. In Österreich waren es im selben Zeitraum 839, das sind rund 16 pro Woche.
  • 3,4 Stunden pro Tag am Smartphone? 96% der Österreicher besitzen ein Smartphone, im Durchschnitt nutzen wir es 3,4 Stunden pro Tag. Das Telefonieren ist die wichtigste Funktion, auf den Plätzen zwei und drei folgen das Fotografieren und das Nachrichten-Schreiben.

„Krone“-Serie zur Wahl - Teil 5 von 12: „Welche Sorgen haben die Österreicher? Was bewegt unser Land wirklich?“, hat die „Krone“ gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Integral gefragt. 1500 Menschen über 14 Jahre aus allen Bundesländern haben in der repräsentativen Studie geantwortet. In den Tagen bis zur Wahl präsentieren und analysieren wir täglich die Themen, die Österreich bewegen. Von sozialer Gerechtigkeit über Sicherheit und Migration bis hin zu Arbeitswelt und Klimawandel ist von allem etwas dabei. Außerdem konfrontieren wir die Spitzenkandidaten der Parteien mit den Ergebnissen und fragen sie nach ihren Lösungen.Der fünfte Teil dreht sich um die Digitalisierung.

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Teresa Spari und Alexandra Halouska, Kronen Zeitung, und krone.at

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