17.09.2019 12:30 |

Gelbwesten-Aktion

Vorsicht Schulweg! 62 verletzte Kinder klagen an

Fehlende Zebrastreifen, dazu Autofahrer, die haarscharf an den Kleinen vorbeirasen: Das neue Schuljahr ist noch jung, die Probleme mit dem Weg zur Bildungsstätte sind altbekannt. 8300 Sicherheitspakete sollen deshalb dafür sorgen, dass die Mädchen und Burschen bei Dunkelheit und Nebel besser wahrgenommen werden.

„Es ist ganz wichtig, dass ihr gesund in die Schule und von dort wieder nach Hause kommt. Daher müsst ihr gut aufpassen“, redete LH Günther Platter am Montag den Kindern der Volksschule Patsch ins Gewissen und übergab den Erstklasslern die neongelben Sicherheitswesten des Vereins Sicheres Tirol. „Erstens ist sie cool, und zweitens sehen euch die Autofahrer besser - speziell wenn es dunkel oder nebelig ist“, sagte Platter zu den aufmerksamen Knirpsen.

Auf 150 Meter sichtbar
Rund 8300 Pakete, die neben den Westen auch das Info-Büchlein „Kind und Verkehr“ sowie Heftpflaster beinhalten, werden nun an alle Erstklassler in ganz Tirol verteilt. „Die Westen machen unsere Schulkinder schon auf 150 Meter Entfernung sichtbar und schützen sie damit vor Unfällen“, informierte Karl Mark, Präsident vom Verein Sicheres Tirol. „Diese Aktion ist eine wichtige Präventionsmaßnahme neben der bewährten Schulwegsicherung durch die Polizei und den vielen freiwilligen Schülerlotsen“, sagt der ehemalige Bezirkshauptmann von Schwaz.

Unfallzahlen nehmen zu
Wie gefährlich der Schulweg sein kann, zeigt ein Blick auf die Statistik. 610 Kinder wurden im Vorjahr österreichweit bei insgesamt 570 Verkehrsunfällen am Schulweg verletzt – 62 davon allein in Tirol. „Und die Tendenz ist leider steigend“, weiß Bernhard Knapp, Leiter der Verkehrsabteilung des Landes. „Das kann daran liegen, dass viele Autofahrer alles mögliche am Steuer tun, aber nicht auf die Fahrbahn schauen. Denn schließlich ist Ablenkung die häufigste Ursache für Unfälle im Straßenverkehr.“

Besser zu Fuß zur Schule
Für die Verkehrssicherheit sei es auch wichtig, dass Eltern ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule bringen. „Denn mehr Verkehr vor der Schule erhöht das Unfallrisiko für Kinder“, heißt es auch von Seiten des Verkehrsclubs Österreich. „Am Schulweg gibt es Schülerlotsen, es sind mehr Kinder unterwegs und die Achtsamkeit von Autofahrern ist bei Schulwegen höher. Damit können Kinder am Schulweg Kompetenz für das Verhalten im Straßenverkehr erwerben und sind damit in der Freizeit sicherer unterwegs“, so die Experten. Außerdem sei der Schulweg für Kinder eine Chance, auf eine tägliche Portion gesunde Bewegung zu kommen: „Werden Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht, wird ihnen diese Möglichkeit genommen.“

Samuel Thurner
Samuel Thurner
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