19.08.2019 17:31 |

Verfolgungsjagd

Amoklenker rast in Polizeiauto: Bedingte Haft

Niedergeschlagen sitzt der Kärntner vor dem Richter. Nie hatte er etwas angestellt – bis vor drei Monaten, als er mit 1,8 Promille am Steuer saß und einer Streife entkommen wollte. Um jeden Preis. „Wir mussten unseren Wagen als Waffe einsetzen, um ihn zu stoppen“, schildert ein Polizist. Zwei Beamte wurden dabei verletzt.

„Wie konnte es so weit kommen?“, will Richter Christian Liebhauser wissen. Der Angeklagte - ein 33-jähriger Angestellter, sehr höflich, freundlich, intelligent, unbescholten - schüttelt den Kopf: „Wenn ich das bloß wüsste. Es war unentschuldbar - nur erklären kann ich mir mein Verhalten selbst nicht!“ Mit 180 km/h ist der Mann in seinem VW Sharan durch kleine Ortschaften vor Spittal gebrettert, rammte Straßensperren, fuhr gegen ein Polizeiauto, verletzte dabei zwei Beamte.

„Ich dachte, es geht sich nicht mehr aus“, sagt ein Polizist. Eine Kollegin schildert, dass sie den Dienstwagen bei der Verfolgungsjagd, die eine gute Stunde dauerte, letztlich „als Waffe“ einsetzen mussten, um den Amokfahrer aufzuhalten, ehe er in die Innenstadt rasen konnte. Der Kärntner schaut immer betretener drein, entschuldigt sich auch mit Handschlag und 1000 Euro Schmerzensgeld bei den Polizisten: „Ein Glück, dass nicht mehr passiert ist“, meinen diese. Immerhin ist ihr Streifenwagen bei dem Einsatz zu Schrott geworden. Die Strafe fällt dank Geständnis milde aus: 15.000 Euro und vier Monate bedingt, angenommen

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter