Rollfähre "gekapert"

Wogen gehen bei “Piraten-Prozess” in Korneuburg hoch

Niederösterreich
17.04.2010 18:37
Ein kurioser Rechtsstreit um den Fährbetrieb auf der Donau sorgt in Korneuburg für Aufsehen: Ohne Wissen der Eigentümerinnen soll der Geschäftsführer Boot und Ausrüstung verkauft haben. Die Geschädigten fühlen sich um viel Geld geprellt und haben Klage eingebracht: "Unser Fähre wurde ja regelrecht gekapert!"

Als lohnende Investition sahen zwei russische Unternehmerinnen die Rollfähre, als der ursprüngliche Besitzer in den Ruhestand trat. Als Geschäftsführer vor Ort setzten die neuen Eigentümer einen Österreicher ein. „Der Mann hatte zuvor bei Immobilienkäufen geholfen“, sagte Günther Loibner, Anwalt der Russinnen. Der Betriebschef soll das Vertrauen aber missbraucht haben. Loibner: „Er täuschte schlechte Umsätze vor, forderte mehr Finanzmittel.“

"Dieser Fall ist wie ein Piraten-Prozess"
Als diese Tricks aufflogen, habe der Geschäftsführer technische Geräte samt Fähre hinter dem Rücken der Russinnen verkauft. „Die Besitzer verloren viel Geld. Sie haben zwar eine Fährkonzession, aber kein Boot“, so Loibner: „Dieser Fall ist wie ein Piraten-Prozess!“

von Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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