21.06.2019 09:00 |

Reaktionen

Das neue Fahrverbot: Von Ablehnung bis Zuspruch

Die Reaktionen auf die temporären Fahrverbote auf diversen Landesstraßen an den kommenden Wochenenden fielen vor allem heftig aus – und zwar in jede Richtung. Kritik kam aus der Politik vor und hinter der Grenze, Zuspruch hingegen aus der Bevölkerung. Die Polizei erlebte einen ruhigen Einsatz. Eine erste Bilanz.

„Es ist eine drastische Maßnahme“, kündigte die Landesregierung am Mittwoch die temporären Fahrverbote für den Durchzugsverkehr auf Ausweichrouten an. Im Kampf gegen den Transitverkehr werden „Navi-Ausweicher“ an den Sommerwochenenden nun wieder zurück auf die Autobahn geschickt. Via Radio, Schilder und den Navis wird von den Verboten informiert.

Erleichterung in der Bevölkerung
Bereits am Donnerstag setzte man die Maßnahme zum ersten Mal um – und erntete dabei viel Zuspruch aus der Bevölkerung. Von Kommentaren wie „allerhöchster Zeit“ bis zu persönlichem Dank an kontrollierende Polizisten waren vor allem die Anwohner in den staugeplagten Gemeinden erleichtert.

Verständnisvolle Verkehrsteilnehmer
Aber auch jene Verkehrsteilnehmer, die von der Polizei wieder auf die Autobahn geschickt wurden, seien verständnisvoll gewesen, schildert Oberst Günther Salzmann von der Tiroler Verkehrspolizei. „Es war weniger Reiseverkehr, als erwartet, an den Sperrpunkten kam es aber doch zu einigen Zurückweisungen“, erklärte der Polizist. Wie viele Autofahrer wieder umkehren mussten, konnte Salzmann nicht sagen – „wir führen keine Strichlisten“. Insgesamt kam es gestern aber zu keinen großen Staus, was auch am Fahrverbot für die Lkw gelegen habe.

Von Lob bis Kritik: So reagierte die Politik
Auch aus der heimischen Politik gab es Zustimmung für diese „Notwehrmaßnahme“. So lobte der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer „den Mut des Landeshauptmanns“. In dieselbe Kerbe schlug auch die Tiroler FPÖ, die die Maßnahme als richtigen Schritt einordnet, wenn gleich Landesparteiobmann Markus Abwerzger eine Ausweitung der Fahrverbote in den Bezirk Kufstein fordert. Ähnlich auch die Kritik der Liste Fritz, die die Ausnahmen für das Wipp- und Stubaital beklagen: „Diejenigen, die seit Jahren im Verkehr ersticken, werden bei dieser Lösung ausgespart. Wipptaler und Stubaitaler sind keine Tiroler zweiter Klasse, Herr Landeshauptmann“, meinte Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider. Die Tiroler Neos seien zwar „nicht erfreut“ über die Maßnahmen, die „bisherige Untätigkeit der Landesregierung machen sie aber durchaus notwendig“, so Verkehrssprecher Andreas Leitgeb. Als notwendigen Schritt erachtet auch Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser die Verbote, es brauche aber auch „langfristige Strategien.“

Heftige Kritik aus Bayern
Noch heftiger fiel die Kritik jenseits der Landesgrenze aus. „Bayerns Staatsregierung reagierte mit Empörung und Unverständnis auf die Ankündigung“, schreibt etwa „der Spiegel“ in einem Artikel über die Tiroler Fahrverbote. Verkehrsminister Hans Reichart (CSU) sagte demnach: „Das Tiroler Verhalten ist unsäglich und reine Schikane.“ Zudem fordere er eine Unterbindung der Maßnahme durch die EU-Kommission, da er sie für rechtswidrig halte. Auf die zu erwartende Kritik reagierte Platter schon am Mittwoch gelassen: „Das nehmen wir in Kauf. Wir sind es der Bevölkerung schuldig.“

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter
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