Scheinheilig?

Gurgiser kritisiert Transitpolitik: Maut wie alte Silberlinge

Tirol
05.04.2010 11:29
"Lieber kassieren statt reduzieren ist in Tirol und Österreich das Motto, wenn es um den Transitverkehr geht", ärgert sich LA Fritz Gurgiser, Obmann des Transitforums. Dieses Spiel auf dem Rücken der Bevölkerung war, so Gurgiser weiter, schon unter LH Wendelin Weingartner groß in Mode: "Statt einem Lkw-Nachtfahrverbot über den Brenner war ihm die doppelte Nachtmaut lieber."

"Der Lärm wurde nicht weniger, dafür klingelte es aber in der Kassa!" Und der Finanzminister freut sich über die Mineralölsteuer von den Billig-Tankstellen im Unterland, Roadpricing und die Sondermaut am Brenner, der Sozial-LR über die auf den Straßen eingehobenen Strafgelder. "Es hat sich seit 2.000 Jahren nichts geändert - damals waren es die Silberlinge, heute heißen sie Maut, Roadpricing oder Mineralölsteuer", bringt Gurgiser einen zum Osterfest passenden Vergleich. Und fordert, dass die im Land "gelebte Transitscheinheiligkeit" endlich durchbrochen wird.

Im Zusammenhang mit den 120 Millionen, die das Land noch für den Brennertunnel beisteuern sollte, spricht er von "Tunnel-Silberlingen": "Die EU-Kommission hat kein Recht dazu, von uns Geld für den Brennertunnel zu verlangen - kein Tiroler muss nämlich täglich von Berlin nach Palermo und wieder retour pendeln."

Und er bleibt dabei: So lange es keine Verlagerungsgarantie gibt, dürfe kein weiterer Cent mehr in das Projekt fließen! "Wenn BBT-SE-Vorstand Konrad Bergmeister sagt, dass die Finanzierung des Tunnels für private Investoren ein zu hohes Risiko wäre, dann sagt das eh alles", schließt Gurgiser.

von Markus Gassler, Tiroler Krone

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