24.05.2019 10:20 |

Kleine Tricks

So schützen Sie sich vor Videoüberwachung

Die „Krone“ erklärt, wie Profis bei der Videoüberwachung ans Werk gehen. Und wie man auch als Privatperson in Verdachtsfällen die kleinen Kameras in den unmöglichsten Verstecken entdeckt.

Von der rechtskräftigen Verurteilung von Ernst Strasser 2013 bis zu den aktuellen „Ibizagate“-Aufnahmen, aber auch im privaten Bereich bei Erpressungen oder Untreue-Verdachtsfällen: Immer wieder liefern verdeckt aufgenommene Video- und Tonbänder die Schlüsselbeweise. Doch ist es wirklich so schwer, solche Fallen zu entdecken?

Versteckte Kameras bei „Sweep“ erkennen
Profis bestätigen der „Krone“: nein, ist es nicht. Vor allem versteckte Kameras sind mit etwas Fachwissen und Aufwand leicht zu entdecken. Bei einem sogenannten Sweep ist - egal, ob von einem Profi-Team oder einem Laien durchgeführt - die Vorgehensweise immer gleich. Detektive haben nur die besseren Werkzeuge und wissen dank ihrer Erfahrung besser, wo und wie sie suchen müssen:

  • Wählen Sie den Ort der Besprechung aus, bevorzugt sehr kurzfristig.
  • Am besten Räume mit möglichst wenig Einrichtungsgegenständen auswählen. Ideal sind kahle, helle Wände, keine dunklen Vertäfelungen oder Schränke.
  • Elektrische Geräte, die nicht entfernt werden können, ausstecken oder vom Stromkreis trennen!
  • Verdunkeln Sie den Raum, suchen sie alle Flächen und Einrichtungsgegenstände mit einer Taschenlampe nach verdächtigen Reflexionen ab. Besorgen Sie sich vorab eine Leiter, um auch höhere Räume absuchen zu können.
  • Nicht immer höflich, aber: Bitten Sie alle Besprechungsteilnehmer (gehen Sie mit gutem Beispiel voran!), elektronische Geräte, Autoschlüssel, Kugelschreiber, Tablets etc. vor dem Betreten des Raumes abzulegen. Und: Überprüfen Sie das auch!
  •  Gerade in Ibiza und ähnlichen heißen Gegenden: Verlegen Sie die Besprechung in den Pool.

Zeitraum entscheidet: Akku oder Stromkabel?
Einen großen Unterschied macht, wie lange man glaubt, überwacht zu werden. Geht es um ein paar Gesprächsminuten oder ein kurzes Treffen, reichen dem Überwacher kleine Speicherkarten und Akkus im Mini-Format. Muss - so wie in Ibiza - stundenlang mitgeschnitten werden, so sind meist externe Stromanschlüsse sowie größere Festplatten notwendig. Das schränkt den Einsatzbereich der Überwachungskameras stark ein.

„Unterschätzt wird auch gerne die Frage nach dem Wo“, erklärt Markus Schwaiger, Geschäftsführer der Detektei MSI in Wien: „Lege ich den Ort einer Besprechung sehr kurzfristig fest und lasse ihn mir nicht vorgeben, so nehme ich der Gegenseite die Möglichkeit, den Raum zu verwanzen.“

„Ideal sind Swimmingpools“
Die Ibiza-Videos nennt er als gutes Beispiel: Hätte Strache vorgeschlagen, die Besprechung an einem anderen Ort fortzusetzen, wäre die Sache anders ausgegangen. „Ideal sind Bereiche mit Hintergrundgeräuschen und alles, wo es nass oder feucht ist, wie Saunas oder Swimmingpools.“ Meist scheitern Präventionsmaßnahmen allerdings auch am Widerstand des künftigen Opfers. Ganz nach dem Motto: „Wieso sollte mich denn jemand aufnehmen?“

Paul Tikal
Paul Tikal
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