20.04.2019 13:21 |

Verdächtiger in Haft

Trump-Fan bedrohte mehrere Demokraten mit Mord

Ein Anhänger des US-Präsidenten Donald Trump hat mehrere Kongressabgeordnete der Demokraten mit Mord gedroht: Er hinterließ hasserfüllte Botschaften auf Anrufbeantwortern - nun wurde ein 49-jähriger Verdächtiger verhaftet. Außerdem ging er rassistisch auf die einzig muslimische Abgeordnete los, die stets mit Kopftuch zu sehen ist.

Die Morddrohungen richtete er gegen die Abgeordneten Eric Swalwell und Rashida Tlaib sowie den Senator Cory Booker. Letzter ist ein Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur - der 49-Jährige soll ihm gesagt haben Politiker wie Booker seien bald „in den Gräbern, wo ihr hingehört“. Swalwell bedankte sich auf Twitter bei der Polizei dafür, dass sie den Verdächtigen gefasst haben. 

Trump schürte mit Video Hass auf Abgeordnete
Die Abgeordnete Ilhan Omar wurde ebenfalls bedroht - sie solle damit aufhören, den Präsidenten zu kritisieren. Trump hatte vor einer Woche ein Internetvideo über Omar veröffentlicht, in dem der Abgeordneten vorgeworfen wurde, die Anschläge des 11. September 2001 zu verharmlosen.

Die 37-jährige Omar hatte sich nach dem Tweet über eine wachsende Zahl von Morddrohungen beklagt. Die Opposition warf Trump daher vor, erneut anti-muslimische Ressentiments zu schüren und Omars Sicherheit zu gefährden. In seiner Drohung an Omar soll der Mann aus Florida Trump verteidigt und die Abgeordnete aufgefordert haben, den Präsidenten nicht länger zu kritisieren.

Omars vermeintlich verharmlosende Äußerungen zu 9/11 stammen aus einer Rede vom März. „Einige Leute haben etwas getan“, sagte sie damals über die Anschläge. Daraufhin seien allen Muslimen in den USA allmählich die bürgerlichen Freiheiten entzogen worden. In dem Video, das Trump verbreitete, wurden Omars Worte aus dem Zusammenhang gerissen und mit Bildern der Anschläge auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon unterlegt.

Die in Somalia geborene Omar und ihre Parteikollegin Tlaib waren zu Jahresbeginn als erste weibliche Abgeordnete islamischen Glaubens in den US-Kongress eingezogen. Omar hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Schlagzeilen gemacht, unter anderem durch kritische Bemerkungen zu Israel.

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