Waffen, Drogen, Falschgeld, Nummerntafeln: Alles, was bei Kärntner Strafverfahren beschlagnahmt wird, landet im Depot des Klagenfurter Landesgerichts - die „Krone“ durfte in diese Sicherheitszone blicken.
Es ist natürlich ein besonderes Anliegen, dass alles sehr sorgfältig verwahrt wird, da es für die Wahrheitsfindung wesentlich ist„, betont Gerichtspräsident Bernd Lutschounig, wie akkurat sich die Justiz um beschlagnahmtes Material kümmert. “Jährlich sind es etwa Beweisgegenstände aus 1500 Strafverfahren", so Pressesprecher Christian Liebhauser. Die Gegenstände werden so lange aufgehoben, bis die Taten restlos aufgeklärt sind - bei manchen Ladenhütern lagern Kisten mit Hinterlassenschaften aus offenen Straffällen auch Jahrzehnte in den Sicherheitsräumen des Landesgerichts.
Und da ist, wie ein „Lokalaugenschein“ zeigt, neben Massen an Handys, Computern, Messern und Einbrecherwerkzeug durchaus Kurioses dabei: Eine Art Ninjaschwert wird gerade von Sabine Robatsch, der neuen Leiterin der Verwahrstelle, und ihrem Mitarbeiter Hans Broos zur Vernichtung vorbereitet.
Schade eigentlich, denn das Stück glänzt wie neu. „Doch so lautet der gesetzliche Auftrag“, erläutert Liebhauser: „Was für eine Straftat benutzt wurde, muss vernichtet werden.“
Meist geschieht das ganz simpel in Handarbeit in der Werkstatt - Hans Broos zerdrischt, zerflext, zerstört. Bei heikleren Sachen werden Spezialisten beauftragt.
Um Munition etwa kümmert sich eine Kärntner Firma und auf besondere Waffen wartet schon das Landespolizeikommando in der Steiermark - zu Schulungszwecken. Das Waffenlager zweier Unterkärntner, die aktuell unter Verdacht des Waffenschmuggels stehen, dürfte auch bei Ermittlern heiß begehrt sein - immerhin befinden sich Kalaschnikows und Scorpions darunter. Auch die Kriminaltechnik der Kärntner Polizei bekommt hie und da eine Beute ab: Falschgeld, gefälschte Pässe, besondere Urkunden. „Auch dies dient Vergleichs- und Lernzwecken“, hält Liebhauser fest.
Besondere Sicherheitsvorkehrungen herrschen, wenn es um Drogen geht: Diese werden unter richterlicher Aufsicht verbrannt; bis zum HCB-Skandal gingen die Fuhren nach Wietersdorf, jetzt in die Müllverbrennungsanlage nach Arnoldstein, wo Cannabis, Kokain und Co. im Kamin landen.
DATEN & FAKTEN: Die Verwahrstelle: Ein Depot, in dem alle Beweisstücke aus Strafverfahren lagern - pro Jahr in Kärnten 1500 Fälle. Der Auftrag: Nach rechtskräftiger Erledigung - Urteil, Einstellung - werden die Gegenstände entweder zurückgegeben, vernichtet oder verwertet. Die Versteigerung: Wertvolle Stücke, die keinem Besitzer zugeordnet werden können, dürfen versteigert werden. Die Sicherheit: Nach Problemen in mehreren Gerichten (Diebstahl von Drogen und Geld) gilt 4-Augen-Prinzip.
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