07.03.2019 17:25 |

Naturfreunde Kärnten

"Keine Trennung von Wanderern und Weidevieh!

Nach Diskussionen über „Kuhattacken-Urteil“ meldet sich der Vorsitzende der Kärntner Naturfreunde, Philipp Liesnig, zu Wort. Er lehnt ein großflächiges Einzäunen von Almen strikt ab.

„Wir lehnen eine Trennung von Wanderern und Weidevieh strikt ab. Ebenso das großflächige Einzäunen von Almen!“, mit diesen Aussagen meldet sich Philipp Liesnig, Vorsitzender der Naturfreunde Kärnten, zum „Kuhattacken-Urteil“ und dessen mögliche Folgen zu Wort. Bekanntlich hatte das Landesgericht Innsbruck einen Landwirt zu einem Schadenersatz von 490.000 Euro verurteilt, weil seine Kuh 2014 im Stubaital eine 45-jährige Deutsche tödlich verletzt hatte. Liesnig: „Der freie Zugang zur Natur muss in jedem Fall erhalten bleiben, das Wegerecht darf nicht in Frage gestellt werden!“

Liesnig befindet sich damit auf einer Linie mit seinem Naturfreunde-Bundesvorsitzenden . Andreas Schieder, der bereits zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf Almen und Weiden aufgerufen hat. Der Kärntner Naturfreunde-Vorsitzende weiter: „Für uns sind die bewirtschafteten Almen ein funkelndes Kulturgut und wichtig für unseren Tourismus. Ich halte nichts davon, wenn man nach dem tragischen Unfall Rinder einfach wegsperrt oder Almwege schließt! Und man kann unsere Bauern nicht in den finanziellen Ruin treiben. Nach tödlichen Verkehrsunfällen auf der Straße werden auch keine Autos verboten.“ Liesnig appelliert an die Eigenverantwortung der Wanderer oder Biker, die sich auf Almen und in Wäldern „richtig“ verhalten sollten. Landesgeschäftsführer Klaus Bayer führt dazu an, dass es dazu seit einiger Zeit einen entsprechenden Infofolder der Naturfreunde gibt, der auf das richtige Verhalten auf Almen hinweist! Dieser ist auf der Homepage der Naturfreunde ersichtlich und kann dort auch bestellt bzw. gleich gedownloadet werden! www.naturfreunde.at

Schließlich müsse auch eine Rechtssicherheit für Almbauern geschaffen werden, die seit Jahrzehnten ihr Vieh auf die Almen und Bergwiesen treiben und diese im Sinne einer großen Gemeinschaft bewirtschaften würden. Auf diese Weise würden die Landwirte für artenreiche und zugängliche Lebensräume bis in die letzten Winkel unserer Heimat sorgen. Von einer Anlassgesetzgebung oder vorschnellen Entscheidungen hält der Kärntner Naturfreunde-Vorsitzende, selbst Jurist, nichts: „Wenn man gegenseitig Rücksicht nimmt, können unsere wunderbaren Almen von Mensch und Tier gemeinsam genützt werden. Pflichtversicherungen oder Weideverbote sind keine Lösungen.“ Freilich gelte es bei Weidetieren Vorsicht walten zu lassen, etwa durch genügend Abstand oder das Vermeiden von hektischen Bewegungen und das Schließen von Gattern. Hundehalter sollten bei Rinderherden lieber einen kleinen Umweg in Kauf nehmen.

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