Fr, 22. März 2019
02.03.2019 17:00

„Krone“-Interview

„Aggressivität gegenüber Polizisten steigt“

Weit über 800 Tiroler Polizisten wurden seit 2015 im Dienst verletzt - knapp 400 davon durch Fremdeinwirkung. Oberst Manfred Dummer, Pressechef der Tiroler Exekutive, im „Krone“-Interview über die Gefährlichkeit des Polizei-Berufs, steigende Aggressivität und traurige Erinnerungen.

Herr Dummer, in Tirol wurden zwischen 2015 und 2018 insgesamt 848 Polizisten im Dienst verletzt, 372 davon durch Fremdeinwirkung. Wie gefährlich ist der Polizei-Beruf tatsächlich?
Der Polizeiberuf ist generell mit einem erhöhten Verletzungsrisiko verbunden. Die Polizistinnen und Polizisten werden bereits in der Grundausbildung beim Einsatztraining speziell geschult und auf gefährliche Einschreitfälle im Exekutivdienst, die jederzeit vorkommen können, bestmöglich vorbereitet.

In den vergangenen Jahren war aus Polizeikreisen immer wieder zu hören, dass die Qualität bei Gewaltdelikten zunimmt, sprich, dass es immer brutaler wird. Gilt das auch für die tätlichen Angriffe auf Polizisten?
Tendenziell ist bei den Einschreitfällen eine sinkende Hemmschwelle und eine steigende Aggressivität gegenüber Polizisten feststellbar, um sich auch mit Gewalt zu wehren oder der Amtshandlung zu entziehen, was in etlichen Fällen zu Verletzungen führt.

Wie werden angehende Polizisten in der Ausbildung trainiert, um künftige Angriffe bei Einsätzen möglichst abwehren zu können?
In der Grundausbildung wird beim Einsatztraining ein besonderer Schwerpunkt auf die Eigensicherung gelegt. Dazu zählen etwa das Erlernen von Abwehr- bzw. Grifftechniken, Körperkraftanwendungen, Schießtraining, Einsatzmittelausbildung und Szenarientrainings mit Praxisbezug. Im Zuge der weiteren Fortbildung nehmen dann alle Polizisten mindestens dreimal jährlich am Einsatz- und Schießtraining teil, wobei hier auch aktuelle Einschreitfälle besprochen werden und in die Fortbildung mit einfließen.

Gibt es Fälle, bei denen Kollegen verletzt oder gar getötet wurden, die Ihnen ganz besonders in Erinnerung geblieben sind?
Aufgrund von gefährlichen Angriffen ist in den letzten Jahrzehnten in Tirol glücklicherweise kein Polizist im Einsatz getötet worden. In Ausübung ihres Dienstes sind aber immer wieder Kollegen tödlich verunfallt, wobei mir der tragische Absturz des Polizeihubschraubers in den Achensee am 30. März 2011, bei dem der Pilot Markus Pumpernick sowie weitere zwei Tiroler Polizisten und ein Schweizer Kollege tödlich verunglückt sind, noch sehr präsent in Erinnerung ist. Ich war damals selbst als Presseverantwortlicher der Polizei vor Ort im Einsatz.

Hubert Rauth
Hubert Rauth

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