02.03.2019 08:30 |

221 Verletzte

Tirols Polizisten leben im Einsatz gefährlich!

Tagtäglich stehen sie für unsere Sicherheit im Einsatz und bekommen es dabei mit Gewalttätern, Dieben und sonstigen Rabauken zu tun. Da kann es für die Polizisten schon einmal gefährlich werden. Das zeigt auch die Bilanz: Seit 2015 wurden in Tirol 848 Beamte im Dienst verletzt, 372 davon durch Übergriffe!

25. Juni 2018: In Walchsee lief ein Familienstreit völlig aus dem Ruder. Ein 64-jähriger Iraker schüchterte im Whisky-Rausch seine Ehefrau ein und bedrohte diese massiv. Dem Opfer gelang es aber schließlich, sich loszureißen und die Polizei zu alarmieren. Nachdem die Streife eingetroffen war, rastete der Verdächtige noch mehr aus – bei der Festnahme ging er plötzlich auf einen Polizisten los und verletzte diesen dabei erheblich.

Noch nicht so lange her ist folgende Brutalo-Attacke in Sölden: Anfang Februar stellte eine Polizistin, die im Ort mit einem Kollegen auf Streife war, einen niederländischen „Wildpinkler“ zur Rede. Die Situation eskalierte – der 26-jährige Urlauber attackierte die Beamtin derart heftig, dass sie zu Boden stürzte. Und danach verpasste der rabiate Skitourist der Ordnungshüterin auch noch ein paar Fußtritte. Der Verdächtige konnte nach kurzer Flucht gefasst werden – die junge Polizistin erlitt durch die Gewalt-Übergriffe Verletzungen...

848 verletzte Polizisten in nur vier Jahren in Tirol
Es sind dies zwei Beispiele von vielen, die zeigen, wie gefährlich unsere Polizisten im Einsatz leben. Untermauert wird das hohe Gefahrenpotenzial auch durch Statistiken des Innenministeriums. Demnach wurden in Tirol im Zeitraum zwischen 2015 und 2018 insgesamt 848 Beamte im Dienst verletzt – 372 davon durch Fremdeinwirkung (genaue Details siehe Grafik).

Allein im Vorjahr weist die Statistik 221 verletzte Polizisten auf (192 Leicht- und 29 Schwerverletzte). 94 Beamte (42,5%) wurden Opfer von tätlichen Angriffen.

Tirol im Ländervergleich auf dem fünften Rang
Wie steht Tirol im Bundesländer-Vergleich da? Österreichweit verletzten sich im Vorjahr 2403 Polizisten im Dienst. Rang eins geht dabei – wenig überraschend – an die Bundeshauptstadt mit 935 Verletzten, gefolgt von Oberösterreich (299), Niederösterreich (260) und der Steiermark (259). Tirol mit 221 nimmt in dieser Auflistung den fünften Rang ein. Dahinter reihen sich noch Salzburg (168), Kärnten (161), Vorarlberg (72) und schlussendlich noch das Burgenland (28) ein.

Betrachtet man nur die Opfer von Gewaltattacken, dann liegt Tirol (71) ebenfalls auf dem fünften Rang. Auch hier ist die Bundeshauptstadt mit 461 Verletzten Spitzenreiter. Interessantes Detail: Im Jahr 2016 – in dem der Höchstwert verzeichnet wurde – lag Tirol in dieser Rubrik mit insgesamt 107 Übergriffs-Opfern hinter der „Verletzten-Hochburg“ Wien (484) noch auf dem zweiten Platz.

Nach Übergriff drohen bis zu fünf Jahre Haft
Einen Exekutivbeamten zu attackieren ist übrigens – das sagt einem schon der Hausverstand – keine besonders schlaue Idee und kann für denjenigen, der seine Aggressionen nicht im Griff hat, weitreichende Folgen haben. Wer einen Polizisten tätlich angreift, der riskiert schon einmal automatisch eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

Noch härtere Strafen sieht das Gesetz vor, wenn ein Polizist durch einen gewaltsamen Übergriff Verletzungen davonträgt. Je nach Verletzungsgrad sind hierbei sogar bis zu fünf Jahren Gefängnis möglich. Wer also nicht unbedingt für mehrere Jahre hinter den sprichwörtlichen „Schwedischen Gardinen“ landen möchte, der sollte sich handgreifliche Wutausbrüche gegenüber Polizeibeamten sparen...

Hubert Rauth
Hubert Rauth
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