Als Grundlage aller Projekte dienten die Bedarfsberechnungen des Institutes für Gesundheit (ÖBIG). Ragger veranlasste aber, dass das ÖBIG diese überarbeitet, weil es einige aktuelle Aspekte noch nicht eingearbeitet hatte. Mit dem Wegfall des Angehörigen-Regresses habe sich die jährliche Nachfrage nach Heimplätzen mehr als verdoppelt. Fachleute müssten daher prüfen, wie das Ausbauprogramm aufgrund dieser Entwicklung adaptiert werden müsse.
Bevölkerungsentwicklung sei wie "tickende Zeitbombe"
Ein Defizit besteht laut Ragger jedenfalls darin, dass es zwischen der Pflege im Heim und der Pflege zuhause zu wenig alternative Angebote gebe. "Die tickende Zeitbombe der Demographie können wir nur entschärfen, wenn ein umfassendes Angebot neben der Heimpflege entwickelt wird. Ansonsten wird ein zu großer Druck auf die Pflegeheime entstehen, der vermutlich nicht zu bewältigen ist, da in Teilen Kärntens das Personal schlichtweg fehlt", meinte Ragger. Der Ausbau von Kurzzeitbetten, Überleitungspflege und Tagesstätten, welche die Versorgung pflegebedürftiger Menschen zu Hause erleichtern, genieße daher hohe Priorität.
Vor allem für Personen mit niedrigen Pflegestufen müssten alternative Betreuungsmöglichkeiten geschaffen werden. Dazu zählen betreute Wohneinheiten und die ehemaligen Familienpflegestellen, die unter regelmäßiger Kontrolle des Landes zu alternativen Lebensräumen gestaltet werden. Diese Versorgungsvarianten seien weniger kostenintensiv.
Varianten sollen nicht in Konkurrenz stehen
"Die Heimausbauoffensive erfolgt praxisnah und bedürfnisgerecht in mehreren Etappen. Damit wird verhindert, dass durch ein plötzliches Überangebot Auslastungsprobleme in bestehenden Häusern entstehen", führte Ragger aus. Das Land stelle 27 Millionen Euro für neue Pflegeheime mit jeweils 75 Betten zur Verfügung. Jedes Haus werde auch Kurzzeitbetten anbieten, in denen Übergangspflege zur Entlastung von pflegenden Angehörigen erfolgen werde.
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