14.02.2019 14:32 |

Kamera und Warnton

Lkw-Abbiegeassistent: Wie geht das? Reicht das?

Alle Lkw bekommen Abbiegeassistenten und alle Probleme sind gelöst? Wenn es so einfach wäre. Weder geht es so schnell, noch entbindet ein solches System den Fahrer von seiner Verantwortung und der Notwendigkeit, vorsichtig zu fahren. Dass ein Abbiegeassistent funktioniert, zeigt der Videobeitrag hier oben.

Prinzipiell sind Lkw mit sechs Außenspiegeln ausgestattet, zwei auf der linken, vier auf der rechten Seite. Sind diese optimal eingestellt und biegt der Lenker vorsichtig und entsprechend vorsichtig ab, müsste es nicht zu Unfällen kommen.

In der nach dem Unfalltod eines Neunjährigen in Wien ausgelösten Debatte über Lkw-Abbiegeassistenten hat der ÖAMTC ein entsprechendes Kamerasystem demonstriert.

Lkw-Experte Gerhard Blümel schilderte dabei, dass Lenker insbesondere in kritischen Situationen nicht so sorgfältig in die vorhandenen Spiegel schauen würden. Problematisch sei auch, wenn sich Personen rund um das Fahrzeug weiterbewegen und somit für den Lenker von einem Spiegel in den anderen wechseln. Je weiter entfernt vom Lkw sich jemand befindet, desto größer ist der tote Winkel, indem er nicht zu sehen sei. Und ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold ergänzt, dass viele Lenker mit „nicht optimalen Spiegelsystemen“ unterwegs seien.

So funktioniert ein Abbiegeassistent
Das Abbiegesystem ist mit einer Kamera unter dem rechten Außenspiegel ausgestattet. Wird der Blinker gesetzt, wird sie aktiviert. Befindet sich eine Person im toten Winkel, ertönt in der Fahrerkabine ein akustischer Alarm, außerdem wird ein Bildschirm aktiviert, der die Bilder der Kamera zeigt.

ÖAMTC unterstützt nationale Lösung
Schmerold setzt auf Sensibilisierung aller Verkehrsteilnehmer und Weiterbildung von Lkw-Lenkern. „Wir wollen den toten Winkel sichtbar machen“, sagte Schmerold. In der Pflicht sieht er jedenfalls nicht die Lenker allein, sondern „auch die übrigen Verkehrsteilnehmer“. Gerade das Aufeinandertreffen von Lkw und Bussen mit anderen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern oder Radfahrern in urbanen Kreuzungsbereichen führt immer wieder zu gefährlichen Situationen, sagte Schmerold. Obwohl der tote Winkel das Sichtfeld der Fahrer extrem einschränkt, sind sich andere Verkehrsteilnehmer dessen oft gar nicht bewusst. Diesbezüglich müssten Radfahrer und Fußgänger sensibilisiert werden, fordert er.

Die von Eltern gestartete Petition für eine verpflichtende Nachrüstung von Lkw mit Abbiegeassistenten wurde bis Donnerstagmittag bereits von mehr als 53.000 Personen unterzeichnet. 

„Der ÖAMTC unterstützt die Forderung nach verpflichtenden Lkw-Abbiegeassistenten zum frühestmöglichen Zeitpunkt - auch auf nationaler Ebene“, verlautete später aus der Zentrale des Klubs. Natürlich wäre der ideale Weg eine EU-weite Lösung mittels einer entsprechenden EU-Richtlinie, die jedoch frühestens im Jahr 2024 in Kraft treten wird. Als „Sofortmaßnahme“ stehe einer nationalen Lösung aber nichts im Weg. Die Technik für eine sofortige Nachrüstung steht auch schon zur Verfügung, betonte der ÖAMTC. „Jeder Unternehmer, der seine Flotte bereits heute nachrüstet, leistet einen wichtigen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit“, meinte ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold.

Finanzielle Anreize für Frächter, damit diese ihre Lkw mit Abbiegeassistenten nachrüsten, sind für Schmerold nicht erforderlich. Derartige Systeme kosten zwischen 2.000 und 3.000 Euro, umgerechnet auf die durchschnittlich fünfjährige Verwendung von Fahrzeugen könnten diese Beträge von den Unternehmen selbst finanziert werden.

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