20.02.2010 19:40 |

"Arme Federbällchen"

Rätselhafte Seuche rafft Tausende Vögel dahin

In ganz Europa fallen Grünfinken, Erlenzeisige (Bild) und Gimpel zu Tausenden tot von den Ästen. Jetzt hat die vermutlich durch Salmonellen ausgelöste Todesseuche auch Österreich erreicht. Vor allem in der Steiermark, aber auch in Salzburg rafft die Krankheit derzeit viele der gefiederten Geschöpfe hin.

"Die armen kleinen Federbällchen liegen massenweise tot auf meinen Äckern, Feldern und Wiesen herum", ist auch Landwirt Josef Pichler aus Pyhrn bei Liezen in der Obersteiermark geschockt. Die typischen Symptome: Zunächst plustern sich die kranken Tiere auf, hüpfen müde weiter, flüchten kaum und bekommen dann Schluckbeschwerden. Im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo die Seuche erstmals aufgetreten ist, sind mehrere Arten schon komplett ausgestorben.

Experte: "Wir forschen auf Hochdruck"
Jetzt droht dieses Tierschicksal auch in Österreich. Einzig Amseln, deren Bestände in der Vergangenheit durch das Westnil-Virus bereits dramatisch dezimiert wurden, sind diesmal nicht betroffen. Und auch Meisen trotzen den heimtückischen Salmonellen. Dr. Gerhard Loupal, Präsident der heimischen Vogelschutzorganisation "Birdlife" und Experte der Veterinärmedizinischen Universität Wien: "Wir forschen auf Hochdruck, um der so dramatisch verlaufenden Seuche auf die Spur zu kommen."

Fest steht: Die bakterielle Erkrankung dürfte von verschmutzten Futterhäuschen ausgehen. "Je länger der Winter dauert, desto länger wird gefüttert, desto größer ist die Gefahr weiterer Ansteckungen", so "Birdlife"-Experte Gerald Pfiffinger.

von Mark Perry, Kronen Zeitung

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