Für die kanadischen Fans gab es nach der enttäuschten Hoffnung von Mellisa Hollingsworth, die nur Fünfte wurde, doch noch ein Happy-End. Topfavorit Jon Montgomery setzte sich nach dem vierten und letzten Lauf um sieben Hundertstel vor dem Letten Martins Dukurs durch, der ab dem ersten Durchgang geführt hatte. Der Russe Alexander Trejakow (+1,02) sicherte sich Bronze.
Der 30-jährige Montgomery hatte zum Auftakt 0,28 Sekunden verloren, arbeitete sich mit Bestzeiten in den übrigen drei Läufen aber heran und übertraf den Außenseiter schließlich knapp. Dukurs, der Siebte von Turin 2006, verlor im Finallauf 0,25 Sekunden. Sein Bruder Tomass wurde Vierter, 0,38 Sekunden hinter Edelmetall.
Guggenberger hatten zur Halbzeit nur zwei Hundertstel von der zweiten österreichischen Skeleton-Medaille nach Silber von Martin Rettl 2002 getrennt, am Ende waren es 1,06 Sekunden. Auch Unterstützung und Ansporn durch seine Freundin Nina Reithmayer, die Olympia-Zweite im Rodeln, waren vergeblich. Am Schlusstag gelangen dem 25-Jährigen nur die 13. bzw. zehntbeste Zeit.
"Erwartungen waren extrem hoch"
"Das war nicht mein Tag, ich bin im Moment ein bisschen enttäuscht", erklärte Guggenberger. "Aber für die ersten Winterspiele ist der achte Rang nicht so schlecht. Andererseits waren nach der hoffnungsreichen Ausgangsposition von gestern die Erwartungen extrem hoch."
Angesichts eines sechsten Platzes als bester Weltcup-Platzierung (2008/09) wäre ein Medaillengewinn in Whistler jedoch eine Überraschung gewesen. "Wir haben nicht gerechnet, dass wir so weit vorne mitfahren", gab Guggenberger zu. Immerhin ließ er unter anderem den Olympiazweiten von Turin, Jeff Pain, hinter sich und setzt nach erst drei Saisonen im Weltcup auf die Zukunft. "Ich werde weiterarbeiten, jetzt schauen wir, dass wir bei der WM 2011 in Königssee eine Medaille holen und mein absolutes Ziel bleibt eine Olympia-Medaille 2014 in Sotschi."
Tolles Comeback nach schwerer Krankheit
Der gelernte Zahntechniker hatte 2004 mit dem Skeletonsport begonnen - als Sohn des Weltcupsiegers Mario Guggenberger war das naheliegend. Doch 2006 schien die Karriere vorzeitig zu Ende zu sein. Guggenberger erlitt durch ein Blutgerinnsel im Wirbelbereich ein Schlaganfall-ähnliches Syndrom. "Danach war ich ein halbes Jahr außer Gefecht, ich musste erst wieder lernen, zu sprechen", sagte der Athlet aus Zirl. Doch acht Monate nach dem Zusammenbruch kehrte er in seinen Sport zurück, klassierte sich bei der EM 2007 an sechster Stelle und ist nun eine der Zukunftshoffnungen des österreichischen Bob- und Skeleton-Verbandes.
"Im Grunde ist es ein Wahnsinn, dass ich hier überhaupt dabei sein konnte. Das mitzuerleben und noch dazu mit der Partnerin, das ist ein Wahnsinn. Ich kann von den Spielen extrem viel mitnehmen, habe Großes geleistet auf dieser schwierigen, hochselektiven Bahn", sagte Guggenberger. Er will nun gemeinsam mit Reithmayer noch ein paar Tage die Olympia-Athmosphäre genießen. "Die Familie fährt mit einer Medaille nach Hause, das war wichtig. Wir haben gesagt, eine muss es sein, eine zweite wäre schön, das kann aber auch 2014 sein."
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