Hans Pum machte nach jedem Läufer einen Schritt weiter zurück ins Eck. Als mit der Salzburger Georg Streitberger der letzte am Start stehende Österreicher ins Ziel kam und neben seinem Namen Platz 17 aufleuchtete, war das wahrscheinlich schlimmste Olympia-Debakel in der Geschichte von alpinen Herren-Rennen traurige und bittere Realität. "Das ist ein starkes Stück", schnaubte der Alpindirektor, "wir tun da mit der Linie herum - und der Svindal fährt ganz locker runter, als ob er sich treiben lassen würde."
Raich: "Wir dürfen nicht zur Tagesordnung zurückkehren!"
So zornig, so böse hat man ihn selten erlebt. Aber falls es jemand davor wirklich noch nicht getan hat: Spätestens nach diesem Ergebnis müssen sowohl handelnde Personen als auch das ganze Ergebnis in Frage gestellt werden. "Man darf und kann jetzt auf keinen Fall zur Tagesordnung übergehen", sagte auch Benni Raich klar und deutlich. Obwohl sich der Tiroler wie schon in den Wochen davor weiter hinter seine Trainer stellt. "Wenn man mich fragt, dann habe ich genau die Leute an meiner Seite, die ich mir auch wünschen würde."
Scheiber: "Das ist eine schwere Enttäuschung"
Auch der Osttiroler Mario Scheiber wollte nichts beschönigen: "Das ist eine schwere Enttäuschung für das ganze Team." Und der Salzburger Michael Walchhofer war nach seinem allerletzten Olympiarennen enttäuscht wie selten zuvor in seiner ganzen Karriere: "Das ist ein schlimmes Debakel – für mich selbst und für ganz Österreich."
von Peter Frauneder, Tiroler Krone
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