Wie aus der Welt der Finanz-Jongleure mutet die Budget-Erstellung der Gebietskrankenkasse für 2010 an. Der am Freitag abgesegnete Voranschlag sieht ein Plus von 8,2 Millionen Euro vor. "Eigentlich haben wir ein Minus von 10,1 Millionen Euro. Nur durch massive Zuschüsse wird's ein Gewinn", so der Vorsitzende der Kontrollversammlung, Bernhard Achatz.
Geld kommt unter anderem aus dem Ausgleichsfonds und dem Strukturfonds. Das bekommen aber nur die Kassen, die eisern sparen. Und das ist auch das Motto für die nächsten Jahre.
Rückerstattungen: Trotz Sparens soll's bald schneller gehen
"Ein Monat ist genug!" Diese Ansage von Obmann Michael Huber dürfte die verärgerten Wahlarzt-Patienten, die Monate auf die Rückerstattung ihrer Ausgaben warten, vorerst milde stimmen. Die Technik ist schuld daran, dass es derzeit zu massiven Verzögerungen kommt. Huber: "Wir haben auf ein neues Computersystem umgestellt. Das hat allerdings noch einige Kinderkrankheiten."
Doch auch wenn die Technik-Probleme bald behoben sind, die Tiroler warten im Vergleich zu den Nachbarn in Vorarlberg oder Salzburg besonders lange, bis die Kasse das Geld herausrückt. Huber sieht einen Grund darin, dass die Tiroler besonders häufig zu Wahlärzten gehen: "Wir erhalten zeitweise 1.700 Rechnungen pro Tag. Das muss erst bewältigt werden."
Huber räumt ein, dass es wohl auch daran liege, dass in einigen Fachgebieten Kassenstellen derzeit länger unbesetzt bleiben. Der Obmann nennt als Beispiele Augenärzte oder Gynäkologen. Mehr Kassenstellen brauche es aber nicht. Direktor Heinz Öhler: "Unser Vertragsarzt-Netz entspricht dem österreichweiten Durchschnitt."
von Claudia Thurner, Tiroler Krone
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.