Dass sie erst kürzlich verurteilt wurden, beziehungsweise gleich mehrere Strafverfahren gegen sie liefen, störte einen jugendlichen Innsbrucker und seinen etwas älteren brasilianischen Freund nicht sehr: Sie begingen ungerührt weitere Straftaten.
Für diese Delikte musste sich das Duo am Freitag vor Richter Bruno Angerer (Bild) verantworten. Die Vorwürfe lauteten von Raub über Diebstahl, unbefugten Gebrauch eines Kraftfahrzeuges bis zur Urkundenunterdrückung. Eine Tatsache, die die beiden Angeklagten offensichtlich wenig beeindruckte.
Scharfe Rüge des Richters
Auf zwei der Justiz nicht gänzlich unbekannte weibliche Jugendliche im Zuhöreraum wirkte das Verfahren offensichtlich sehr unterhaltsam. Erst die scharfe Rüge des Richters und eines Anwalts setzten ihrem Heiterkeitsausbruch ein Ende.
Weit weniger heiter fanden zwei Schüler, die Opfer des angeklagten Raubes waren, die Verhandlung. Sie waren von dem Duo in der Nacht zum 1. November in der Innsbrucker Jahnstraße gestoppt worden. Das aggressive Auftreten des Innsbruckers reichte damals aus, dass einer der Schüler "freiwillig" der unverhohlenen Forderung folgte und Geld und Handy übergab. Der zweite fürchtete sich derart, dass er es vorzog, einen Ohnmachtsanfall vorzutäuschen. Ihm wurde daraufhin seine (leere) Geldtasche "gezupft".
Großteils geständig
Weil die beiden Angeklagten aber großteils geständig waren und keine allzu große Gewalt ausgeübt hatten, kamen sie mit neun Monaten (sechs bedingt) beziehungsweise vier Monaten bedingt und 720 Euro Geldstrafe davon.
von Werner Kriess, Tiroler Krone
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