10.02.2019 08:00 |

Stellenmarkt

Der regionale Unterschied macht die Arbeit aus

Es sind Zahlen, die positiv stimmen: Durch die gute Konjunktur ging 2018 die Arbeitslosigkeit landesweit im Schnitt um 5,4 Prozent zurück. Im Tennengau sogar um 8,6 Prozent. Nur der Pongau (1,8 Prozent) hinkt hinterher. Das fordere die Politik, denn so rosig geht’s nicht weiter, meint die AMS-Chefin Jacqueline Beyer.

Frau Beyer, landesweit sank 2018 die Arbeitslosigkeit um 5,4 Prozent, im Tennengau sogar um 8,6 Prozent. Aber im Pongau nur um 1,8 Prozent. Warum entwickelt sich das Land so unterschiedlich?

Grundsätzlich profitieren von der Hochkonjunktur alle Gaue, jedoch einige mehr: Im Flach- und Tennengau ist es die Industrie, die das gute Ergebnis möglich gemacht hat. Innergebirg liegt hingegen der Fokus auf dem Tourismus.

Und der sorgt für das eher mäßige Ergebnis im Pongau von minus 1,8 Prozent?

Nein, im Pongau haben wir das Phänomen, dass die Bau-Branche früh in die Arbeitslosigkeit gegangen ist und das sich stark in der Zahl niederschlägt.

Das heißt der Pongau ist ihr Sorgenkind?

Nein, wir gehen davon aus, dass der Bau auch wieder früh beginnt, sofern der Schnee nicht bis April liegt. Generell kann man nicht sagen, dass es ein Sorgenkind unter den Gauen gibt. Der Tourismus ist eines österreichweit, wobei wir hier auf die überregionale Vermittlung von Arbeitskräften weiter setzen werden und auch mehr Asylwerber dafür begeistern wollen.

Aber was fordert nun die Gaue beziehungsweise die Politik im heurigen Jahr?

Da haben wir unterschiedliche Problematiken. Im Lungau sind es beispielsweise die raren Kinderbetreuungsplätze und die spärlichen Öffi-Verbindungen.

Und salzburgweit?

Salzburgweit wird uns der Abbau jener arbeitslosen Menschen betreffen, die nur einen Pflichtschulabschluss haben. Und das sind 42,7 Prozent. Aus den Aufzeichnungen wissen wir, dass 24,7 Prozent dieser Gruppe längerfristig Arbeitslos bleiben. Wir haben heute nicht mehr die klassischen Hilfsarbeiter-Stellen, wie beispielsweise die Tankwarte.

Aber wie soll das gelingen?

Für uns ist 2019 das Wichtigste, diese Menschen zu Fachkräften auszubilden und die Erwachsenenlehre 18+ anzubieten. Wir können schon heute 417 Lehrstellen nicht besetzten. Wir sind uns sicher, dass daher viele Betriebe aufspringen werden.

Schaffen wir durch diese Maßnahme auch 2019 wieder ein Minus von 5,4 Prozent bei den Arbeitslosen?

Schwer zu sagen, es hängt davon ab, wie viele bereit sind, eine Erwachsenenlehre abzuschließen. Generell werden wir das gute Ergebnis nicht mehr ganz schaffen, ein Minus wird auf jeden Fall davorstehen.

Warum?

Weil die Hochkonjunktur anhält und wir die Rückmeldungen von den Betrieben haben. Wir haben bei den offenen Stellen ein Plus von 16,1 Prozent.

Verena Seebacher
Verena Seebacher

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