10.01.2019 18:45 |

Nur 4 Betriebe zu

Steirische Skigebiete trotzen der Schneeflut

Auch wenn die Schreckensmeldungen derzeit einen anderen Eindruck vermitteln: Dort, wo nicht gerade Menschen eingeschlossen oder akut von Lawinen bedroht sind, geht das Leben in der Obersteiermark seinen gewohnten Gang – sogar auf den Bergen! Ein Rundruf zeigt: Fast alle Skigebiete fahren im Normalbetrieb.

„Entgegen den Horrorgerüchten sind wir nicht eingeschneit!“, schreibt Familie Reischl in dicken Lettern auf der Facebookseite ihres Sporthotels auf der Tauplitz. Manche Touristiker verzweifeln regelrecht, weil immer mehr Skigäste aus Angst vor Sperren und Lawinen absagen.

Das ist zwar, verglichen mit dem Überlebenskampf in den Katastrophengebieten, ein Luxusproblem. Dennoch: Wenn jetzt keiner mehr skifahren geht, ist dadurch auch niemandem geholfen, so die einleuchtende Logik der Touristiker.

Schwarze Schafe machen Druck
Von denen übrigens vereinzelte schwarze Schafe in ihrer Not übers Ziel hinausschießen: In Tirol wird seitens der Politik von massivem Druck der Hoteliers auf die Behörden berichtet, Straßen erst im allerletzten Moment zuzusperren. Und auch in der Steiermark gibt es Lawinenkommissare, die lieber anonym bleiben, um unangenehmen Anrufen der Gastwirte zu entgehen...

Liftbetrieb im Katastrophengebiet
Tatsächlich bleiben erstaunlich viele Skigebiete von den Schneemassen unbehelligt: Sogar im Katastrophengebiet Hohentauern sind zwei von vier Liften im Betrieb. „Damit die Eingeschlossenen noch etwas anderes tun können als Kartenspielen“, heißt es aus der Tourismusbranche.

Auch auf der Planneralm, die seit Tagen nicht erreichbar ist, sind ein paar Skifahrer unterwegs. Die zwei von fünf Liften reichen völlig, wenn man sie mit fast niemandem teilen muss.

Gesperrt: Dachstein, Loser, Präbichl, Hohe Veitsch
Komplett gesperrt waren am Donnerstag nur vier Skigebiete: Auf den Dachstein wagt sich seit einer Woche ohnehin keine Menschenseele mehr. Am Loser, wo es schon sechs Meter Schnee hat, wäre jeder Aufenthalt lebensgefährlich. Die beiden weiteren Sperren betreffen den Präbichl (Sperre der Straße von Vordernberg bis Eisenerz) und die Brunnalm/Hohe Veitsch (wegen Lawinengefahr).

Interview mit Tourismus-Chef Erich Neuhold:

Krone: Welche Rückmeldungen bekommen Sie aus der Branche zur aktuellen, steirischen Schneelage?

Neuhold: Viele sind mit der Berichterstattung ziemlich unglücklich. Natürlich sind einige Skigebiete massiv betroffen, bei allen anderen aber ist es ein traumhaftes Winter-Wunderland. ,ein Winter wie früher’, wie aus dem Bilderbuch. Das geht dabei leider unter.

Gibt es viele Stornos?

Nein, gar nicht. Man darf nicht vergessen, dass derzeit keine klassische Ferienzeit ist. Aber wir haben viele Anfragen zur Lage.

Wie nimmt man die Lage im Ausland wahr?

Da bleibt übrig, dass in der Steiermark richtig viel Schnee und Schneesicherheit gibt. Sowas bleibt in den Köpfen hängen, Da bucht es sich natürlich leichter! Die Auswirkungen werden sich in der nächsten Saison zeigen.

Wie geht es anderen Skigebieten, die nicht von den Schneemengen betroffen sind bzw. zu wenig haben?

Die haben wiederum genug Kälte um zu beschneien. Es läuft gut.

Wie war die Wintersaison bisher?

Sehr gut! Bis inklusive Silvester bekommen wir durch die Bank Rückmeldungen, dass die Umsätze gestiegen sind. Aber abgerechnet wird zum Schluss. Ich bin aber sehr zuversichtlich.

Apropos zum Schluss, Ostern fällt heuer ja spät.

Genau, aber durch den vielen Schnee ist auch eine lange Saison auf jeden Fall gesichert.

Aktuelle Daten zu sämtlichen 75 Skigebieten gibt es auf www.bergfex.at/steiermark

Matthias Wagner
Matthias Wagner
Christa Bluemel
Christa Bluemel
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