Der schreckliche Unfall passierte am Dienstag gegen 17.15 Uhr: Dem 39-Jährigen war vermutlich sein Handy durch das 30 mal 40 Zentimeter große Kanalgitter gefallen. Wie die Ermittlungen ergaben, hat er daraufhin den Kanaldeckel abgehoben, Geldtasche und Schlüsselbund auf die Straße gelegt und versucht, das Telefon aus dem 2,10 Meter tiefen, engen Schacht zu holen, der am Boden 60 Zentimeter hoch mit Wasser bedeckt war. Dabei dürfte der eher schmächtige Mann kopfüber in den Schacht gestürzt sein, wo er hilflos eingeklemmt stecken blieb.
Bergung war "furchtbar schwere Arbeit"
Einer Frau mit ihrer Tochter fiel der offene Kanalschacht auf. Als Tochter Alexandra näher trat, entdeckte sie die Schuhe und Beine des 39-Jährigen in dem Loch und alarmierte ihren Vater Walter Peer (60), Rettung, Polizei und Feuerwehr. Peer und der Passant Andreas Hoffmann (33) begannen sofort mit der Bergung des Verunglückten.
"Es war eine furchtbar schwere Arbeit, den fest steckenden Körper aus dem Schacht zu ziehen. Wir wussten ja nicht, ob er noch lebt, und hatten furchtbare Angst, er könnte uns entgleiten und abstürzen", schildert der noch am Tag darauf völlig geschockte Walter Peer.
Doch die Mühe war zu spät gekommen. Der Verunglückte wurde zwar nach Reanimationsmaßnahmen in die Klinik gebracht, wo er aber kurz darauf verstarb.
Kritik von Helfer: "Traube von Menschen gaffte nur"
Entsetzt zeigte sich Peer über die Schaulustigen: "Eine ganze Traube von Männern sah nur zu, statt uns bei der überaus schwierigen Bergung zu helfen." Auch Mütter mit ihren Kindern waren unter den Gaffern.
Ein frappierend ähnlicher Unfall kostete im Jahr 2001 in der Wiesengasse in Innsbruck einen 18-Jährigen das Leben. Er wurde bei Kanalarbeiten ebenfalls kopfüber in einem Schacht eingeklemmt.
von Werner Kriess, Tiroler Krone
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