Die Mutter soll zehn Jahre lang dabei zugesehen haben, wie ihr Ehemann ihre beiden Söhne mit extremsten Mitteln missbrauchte. Täglich schmetterte der mittlerweile verstorbene (und deshalb nicht angeklagte) Gatte die Peitsche oder den Stock auf die damals sechs und sieben Jahre alten Brüder. Wenn er sehr wütend war, prügelte er mit bloßen Fäusten auf die Kinder ein.
Jeden Hilfeschrei ignoriert
Besonders sadistisch ging es abends zu: "Der Stiefpapa fesselte mich mit einem Seil an den Stuhl. Vor mir stand ein großer Teller Gemüse. Er presste mir den Mund auf und stopfte mir alles in den Rachen", stotterte einer der Buben. Die Mutter wusste von den Qualen, sah einfach zu und ignorierte jeden Hilfeschrei - über zehn Jahre lang! Auch das Tiroler Jugendamt, die Behörden und die Schulen haben hier ihre Pflichten völlig missachtet.
Warum macht man so etwas? Überforderung, eigene Misshandlungserlebnisse und Dummheit können wohl als Gründe genannt werden: Die 44-Jährige ist fünffache Mutter, hat zwei gewalttätige Ehen hinter sich, Alkohol stand auf der Tagesordnung, die Wohnverhältnisse waren laut Obsorgerichter desaströs und eines der Kinder war hyperaktiv. Als Entschuldigung reicht das aber lange nicht.
Die Kinder wollen vergessen, die Mutter will nichts realisieren. Richter Norbert Hofer verurteilte die Frau zu zwei Jahren Haft, von denen sie acht Monate sitzen muss. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.
von Matthias Holzmann (Tiroler Krone) und krone.at
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