Bodenseer und seine drei Stellvertreter Martha Schultz, Oswald Mayr und Adolf Werner haben in den vergangenen fünf Jahren das Präsidium der WK Tirol gebildet. Und mit Ausnahme von Adi Werner (er scheidet nach 37 Jahren Kammerpolitik aus) wollen sie das auch nach den Wahlen wieder sein. Auf ein Wahlziel wollten sich Bodenseer und Co. am Dienstag nicht festlegen. Die Latte liegt nämlich hoch: Der Wirtschaftsbund kam bei der letzten WK-Wahl in Tirol auf mehr als 80 Prozent (bei der Wahlbeteiligung von 42 Prozent). "Da es eine Kammerreform gab, kann die letzte nicht mit der jetzigen Wahl verglichen werden", sagt Bodenseer.
"Erfolgreiche Periode"
Aus Sicht des Präsidiums war die letzte Periode eine erfolgreiche. Bodenseer verwies auf die Umsetzung von "Lehre und Matura" und die Erhöhung der Schwellenwerte für die Vergabe von Gemeindeaufträgen. Mayr hob die Investitionssteigerungen im Bereich Forschung/Entwicklung hervor, Schultz die neu geschaffenen Förderungen für Ein-Personen-Unternehmen (davon gibt es mittlerweile 18.000).
Doch auch mit Kritik wurde nicht gespart. So beschwerte sich Adolf Werner über den ständigen Kampf um die Saisonniers ("Einzige Pflanzerei!") und die Debatte um den Berufsschutz: "Es geht nicht um die Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen, sondern um eine krisenbedingte Anpassung."
Forderungen an die Politik
Bodenseer fordert von der Politik weniger Bürokratie und (Golfplatz- oder Skigebiets-)Konzepte. Außerdem müsse der Mittelstand wieder gestärkt werden: "Es gibt in Tirol 540.000 Nettoempfänger und nur mehr 160.000 Nettozahler!"
von Markus Gassler, Tiroler Krone
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