26.12.2018 11:42 |

Aus Haft entlassen

Zirngast: „Schönstes Weihnachtsgeschenk“

Der im September in der Türkei festgenommene, und am Dienstag unter Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzte, österreichische Journalist und Student Max Zirngast, hat seine Entlassung als „schönes Weihnachtsgeschenk“ bezeichnet. „Die Haftbedingungen waren nicht so schlecht“, meinte er in einem Interview mit dem ORF-Radio. Der Vorwurf der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation sei „lächerlich“, so Zirngast (29). Er sei nie Mitglied der fraglichen Organisation gewesen und es gebe keinen Beweis für deren Existenz.

Die drei Monate Haft in der Türkei seien laut Zirngast „nicht so schwer“ gewesen, berichtete das Ö1-Journal am Mittwochvormittag. Sein Mithäftling hätte Erfahrung mit Haftbedingungen gehabt, das sei ihm „sehr behilflich“ gewesen. Es habe „gute Disziplin“ geherrscht, sie hätten diskutiert, Zeitung gelesen, Sport gemacht und Briefe geschrieben. Aber es habe zwischenzeitlich auch „sehr große Probleme mit dem Wasser“ und „kleine Probleme mit den Wärtern“ gegeben.

„Sichtbare Verschlechterung“ bei Haftbedingungen
Seit der Ausrufung des Ausnahmezustandes in der Türkei würden laut Zirngast nicht alle Inhaftierten gleich behandelt. Es gebe eine „sichtbare Verschlechterung“ der Haftzustände. Seinem Anwalt zufolge muss sich Zirngast wegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation verantworten. Der Prozess soll am 11. April 2019 beginnen. Bei einer Verurteilung drohen Zirngast bis zu zehn Jahre Haft.

Zirngast war nach seiner Entlassung aus einem Gefängnis in Ankara am Montag zunächst auf eine türkische Polizeistation gebracht und dort festgehalten worden, um auf die Ausstellung eines Ausreiseverbotes aus der Türkei zu warten. Das Verbot, aus der Türkei auszureisen, gehört zu den Entlassungsauflagen für Zirngast.

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