Mi, 19. Dezember 2018

krone.at fragt nach

07.12.2018 16:38

Arbeitszeitgesetz? „Hatte selbst Zwölfstundentag“

Genau drei Monate ist es her, dass Türkis-Blau bundesweit einen Zwölf-Stunden-Arbeitstag eingeführt oder möglich gemacht hat. Prompt gab es Proteste, aber auch vereinzelt Kündigungen bei Verweigerung. Aber wie stehen die Österreicher zu dem Gesetz? Gibt es spürbare Veränderungen in ihrem Job? krone.at hat nachgefragt.

Wien-Heiligenstadt zu Mittag, hier sammeln sich Schüler, Pensionisten und Arbeitende. Ob der Maronistandler vor dem U-Bahn-Ausgang seine Meinung zum Zwölfstundentag kundtun will? „Was heißt zwölf, ich arbeite 24 Stunden.“ Aber vor der Kamera möchte er es lieber nicht sagen.

Ein jüngerer Herr scheint gerade auf Mittagspause zu sein. „Ich habe von Freunden und Verwandten gehört, dass es zu Vorfällen gekommen ist, wo sie länger bleiben haben müssen. Meiner Meinung nach ist es die falsche Richtung, in die wir momentan gehen.“ Auf das Abholen wartet eine Pensionistin nahe dem Taxistandplatz. Für sie ist die Kritik am Zwölfstundentag seltsam. „Ich habe in einem Krankenhaus gearbeitet und habe oft einen Zwölfstundentag gehabt. Meine Tochter arbeitet auch im Krankenhaus, die hat auch oft zwölf Stunden. Dafür haben wir dann woanders mehr Freizeit gehabt und Überstunden sind bezahlt worden. Zumindest bei der Wiener Gebietskrankenkassa.“

Eine jüngere Frau befürchtet Verschlimmerungen: „Auch jetzt machen die Leute schon viel mehr Überstunden, als erlaubt ist. Ich glaube, es wird immer schlimmer mit der Regelung.“ Der Zwölfstundentag ist für einen älteren Herrn, der gerade spazieren geht, kaum vorstellbar: „Das muss jeder selber wissen, aber ich finde, zwölf Stunden arbeiten ist ein Wahnsinn.“

Anders sieht das ein Vorarlberger mit All-in-Vertrag, der gerade in Wien zu Besuch ist „Ich bin froh, dass die zwölf Stunden da sind. Beim Handel muss man ein bisschen darauf aufpassen. Im Großen und Ganzen bin ich froh, dass man das selber entscheiden kann, das man zwölf Stunden arbeiten darf, wenn’s nötig ist.“

„Ich finde es nicht produktiv. Ab einer gewissen Uhrzeit kann man nicht mehr produktiv sein. Das bringt auch dem Arbeitgeber nichts“, meint hingegen eine Dame.

Alexander Bischofberger-Mahr
Alexander Bischofberger-Mahr

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