Landesgericht

Einbrecher muss nach 139 Taten ins Gefängnis

Tirol
05.12.2018 07:01

Hätte er diesen Fleiß bei einer ehrlichen Arbeit an den Tag gelegt, hätte ein Italiener wohl recht gut leben können: Doch der am Landesgericht angeklagte 56-Jährige zog es vor, von Einbrüchen in Büros und Firmen zu leben. Nach 139 Fällen - auch in anderen Bundesländern - wurden drei Jahre Haft verhängt.

Die erste aktenkundige Straftat geht bereits auf das Jahr 1989 in seiner Heimatstadt Turin zurück. Der gepflegt wirkende Italiener, der äußerlich durchaus als Geschäftsmann durchgehen könnte und einst studierte, gestand alle Delikte. Der Großteil der Einbrüche in Geschäftslokale und Firmen passierte seit 2008 in Tirol, aber auch in Graz oder Klagenfurt war der Mann aktiv. Wählerisch war der Italiener bei den Tatorten nicht - sie reichen vom Elektrohändler bis zum Eisenbahner-Sportverein.

„Ich wurde gezwungen“
Nach dem Motiv befragt, beteuerte der Angeklagte: „Ich wurde gezwungen.“ Auf Nachfrage erzählte er von einem Albaner, dem er 30.000 Euro schuldete und der teilweise bei den Einbrüchen Schmiere stand. Das Geld aus dem Verkauf der Beute habe er unter anderem für seine Kokainsucht benötigt. Aufgeflogen war der Mann nach DNA-Treffern an Tatorten, in Monaco klickten dann die Handschellen.

Opfer fordern Schatzenersatz wohl vergeblich
Der Gesamtschaden beläuft sich laut Anklage auf rund 194.000 Euro. 57 Geschädigte schlossen sich dem Prozess an, um Schadenersatz zu erhalten. Die Chance darauf tendiert gegen Null: „Ich bin mittellos“, sagte der Angeklagte, er wolle aber eine etwaige Entlohnung aus der Arbeit im Gefängnis für die Opfer verwenden. Der Schöffensenat verhängte drei Jahre unbedingte Haft für den zigfach rückfälligen Italiener, der das Urteil annahm. Es ist aber noch nicht rechtskräftig.

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