So, 16. Dezember 2018

Weltpremiere in LA

28.11.2018 07:51

Der neue Mazda3: So mutig war noch keiner vor ihm

Das ist wohl das mutigste Design eines Mazda seit langer Zeit: So eine breite C-Säule muss man sich erst einmal trauen! Mazda hat in Los Angeles die vierte Generation des Kompaktwagens vorgestellt, als Hatchback wie auch als Limousine. Dabei ist nicht nur das Design etwas Besonderes, sondern vor allem auch das neue Motorkonzept.

Von Weitem flüchtig betrachtet könnte man meinen: „Okay, neuer Mazda3 halt.“ Doch bei genauer Betrachtung verliert man sich geradezu in den Karosserieformen, die mit wenig Kanten auskommt. Stattdessen ist das Blech fein gewölbt, sodass je nach Lichteinfall scheinbar unterschiedliche Kanten entstehen. Das erzeugt Spannung.

Mazda hat das genau so an der Studie namens „Kai Concept“ gezeigt und praktisch 1:1 umgesetzt. Was so nicht jeder erwartet hat, ist, dass die breite C-Säule, die nicht aus jedem Blickwinkel auf Anhieb harmonisch wirkt, tatsächlich übernommen würde. Aber Mazda ist in Sachen Design seit einiger Zeit derart brillant aufgestellt, dass man ihnen diesen Mut durchaus zugestehen kann. Selten gefallen die Autos am längsten, die auf den ersten Blick glatt und makellos erscheinen. Und in natura wirkt die hintere Seitenansicht deutlich stimmiger als auf den Fotos.

Zwei Varianten, zwei Charaktere
Die Limousine ist im hinteren Bereich gefälliger gestaltet, die hinteren Türen ragen weit in schlanke C-Säulen hinein. Insgesamt ist der Stufenheck-Viertürer eine sehr elegante Erscheinung, während der Hatchback den trainierten Muskelmann gibt.

Beide Karosserievarianten weisen 2,73 Meter Radstand auf, unterscheiden sich aber in der Länge. Während der Hatchback mit 4,46 Meter exakt gleich lang ist wie der Vorgänger, ist die Limousine um acht Zentimeter auf erwachsene 4,66 Meter gewachsen - und ist damit gerade einmal fünf Zentimeter kürzer als der neue Dreier-BMW. Beide messen 1,80 Meter in der Breite.

Topausstattung serienmäßig
Der Innenraum ist betont zurückhaltend, geradezu schlicht gestaltet. Dafür greift Mazda bei der Ausstattung in die Vollen: Schon in der Basisversion serienmäßig ist etwa ein Head-up-Display, das (erstmals bei Mazda) die Infos in die Windschutzscheibe spiegelt. Außerdem immer an Bord: Adaptivtempomat, radargestützte Querverkehrswarnung, Verkehrszeichenerkennung oder auch Apple CarPlay/Android Auto.

Das zentrale Display misst 8,8 Zoll, das Bediensystem wurde überarbeitet. Mazda verspricht ein besonderes Akustikerlebnis, einerseits wegen verbesserter Geräuschdämmung, andererseits wegen eines neuen Lautsprecherkonzepts.

Hoffen wir, dass der Hatchback eine Rückfahrkamera serienmäßig hat, ohne wird es angesichts der C-Säulen-Gestaltung etwas schwierig beim Rangieren.

Selbstzündende Benzinmotoren
Unter der Motorhaube feiert nicht nur ein neuer Motor Premiere, sondern sogar ein neues Motor-Konzept. „Skyactiv-X“ wird es von Mazda genannt, der Volksmund sagt „Diesotto“, weil das Triebwerk zwar mit Otto-Kraftstoff (also Benzin) gefüttert wird, aber meist als Selbstzünder arbeitet, ähnlich wie ein Diesel. Der Clou ist, dass in manchen Betriebszuständen eine Zündkerze verwendet wird, die aber nicht das Gemisch entzündet, sondern durch Zündung den Druck im Brennraum so erhöht, dass das magere Gemisch sich selbst entzünden kann.

Riesenvorteil des Skyactiv-X-Motors: Man kann ihn höher drehen, ohne dass der spezifische Verbrauch steigt. Im Realverbrauch soll im Vergleich zur aktuellen Benzinmotorengeneration unterm Strich ein Verbrauchsvorteil von 20 bis 30 Prozent herauskommen, was dann sogar noch effizienter als ein Dieselmotor wäre. Zudem verspricht Mazda 15 Prozent mehr Drehmoment. Ziel für den kompressoraufgeladenen Zweiliter-Serienmotor, der als Mildhybrid ausgelegt sein wird, sind momentan 181 PS und 222 Nm. Ursprünglich war von 190 PS bzw. 240 Nm die Rede, aber das scheint zu hoch gesteckt gewesen zu sein, sodass Mazda die offiziellen Werte kurz vor der Präsentation angepasst hat. Was am Ende wirklich im Typenschein steht, wird erst nach der Homologation kommuniziert - es wird noch immer am Motor gearbeitet.

Auch mutig bzw. geschickt: Alle Motoren sollen die Abgasnorm Euro 6d-temp erfüllen, aber der Diesel ohne SCR-Kat und die Benziner ohne Partikelfilter.

Zwei Motoren zum Marktstart
Wenn der neue Mazda3 im März beim Händler steht, hat er auf jeden Fall noch einen konventionellen Motor. Entweder einen Zweiliter-Benziner mit 122 PS oder einen 1,8-Liter-Diesel, der 116 PS leistet. Alle drei Motoren haben ein Mildhybridsystem, die Benziner verfügen über Zylinderabschaltung.

Die Party startet im März für den Fünftürer, die Limousine rollt im Mai in die Schauräume. Der Benzin-Selbstzünder ist für Juni angekündigt. Er wird wahlweise auch mit Allradantrieb erhältlich sein.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl

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