Überraschung perfekt

Pirovano holt Abfahrtskugel! Hütter ist geschlagen

Ski Alpin
21.03.2026 13:22
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Damit hätten vor ein paar Wochen wohl die wenigsten gerechnet! Laura Pirovano hat sich mit einem fulminanten Saisonfinale die kleine Abfahrts-Kristallkugel gesichert. In Kvitfjell konnte die Italienerin die Saison sogar mit einem weiteren Sieg ihre Saison beenden. Auf den weiteren Plätzen landeten Breezy Johnson und Kira Weidle. Ariane Rädler verpasste als beste ÖSV-Athletin auf dem vierten Platz das Stockerl nur um vier Hundertstel. Für Cornelia Hütter blieb das erhoffte Wunder aus. Auch Emma Aicher, die gegen Mikaela Shiffrin noch um den Gesamtweltcup kämpft, hatte sich mehr erhofft. 

Laura Pirovano hat die Abfahrtskugel im Ski-Weltcup mit ihrem dritten Sieg en suite erobert. Die Italienerin triumphierte beim Saisonfinale in Kvitfjell vor US-Olympiasiegerin Breezy Johnson (+0,15 Sek.) und der Deutschen Kira Weidle-Winkelmann (+0,25). Die Vorarlbergerin Ariane Rädler schrammte als Vierte um vier Hundertstel am Podest vorbei. Deutschlands Jungstar Emma Aicher verpasste es als Fünfte, die Gesamtweltcupführende Mikaela Shiffrin noch mehr unter Druck zu setzen.

Vor den letzten drei Rennen liegt Aicher 95 Punkte hinter Shiffrin. In der Abfahrtswertung musste sich Aicher um 83 Punkte geschlagen geben. So es eine Enttäuschung gab, gelang es der 22-Jährigen ganz gut, diese in den ersten Interviews zu verbergen. Sie sei nach ihrer „okayen Fahrt“ eigentlich sehr zufrieden, sagte Aicher. „Vor einem Jahr war ich nirgends. Es ist cool und ich bin stolz, dass ich diese Konstanz zeigen kann.“

Emma Aicher
Emma Aicher(Bild: GEPA)

Pirovano machte die Überraschung perfekt. Die 28-Jährige, die sich erst mit ihren beiden Siegen zuletzt in Val di Fassa ins Spiel um die Spezialwertung Kristallkugel gebracht hatte, folgte damit ihrer Landsfrau Federica Brignone nach. „Oh mein Gott, es ist so emotional. Ich kann es noch nicht ganz verstehen“, sagte Pirovano im ORF. Sie wisse nicht, was in dem für sie so verrückt verlaufenen Saisonfinish passiert sei. „Ich habe mich auch hier nicht sehr wohlgefühlt, dachte beim Überfahren der Ziellinie: Das ist nicht genug.“

Hütter und Rädler haderten
„Sie hat ihren Lauf durchgezogen und ich finde, da gehört sie auch hin“, sagte Hütter, die mit einer Mini-Chance auf die Kugel ins Rennen gegangen war und Achte (+0,80) wurde. Die Abfahrtskönigin von 2023/24 beendete die Saison als Wertungssechste. Für Weichschneebedingungen, wie es sie im Olympiawinter in ein paar Rennen gab, fand sie bis zuletzt kein Erfolgsrezept. „Da fehlen mir ein, zwei km/h. Niels Hintermann hat gesagt: Das Salz gehört aufs Essen, nicht auf die Skipiste. Ich bin komplett einer Meinung mit ihm.“

Sie wolle ihr Training noch mehr auf Salzrennen abstimmen, kündigte Hütter an. „Es heißt analysieren und probieren. Da braucht man nicht die Nerven schmeißen.“ Ob das nun im Umkehrschluss ihre fixe Karriere-Fortsetzung bedeute, ließ die Steirerin zurückrudern. „Ich habe nie gesagt, dass ich fix aufhöre. Das ist ein Spielchen, das man ins Unendliche spielen kann.“ Solange sie im Rennmodus sei, denke sie eben nicht „an die Fidji-Inseln“.

Nina Ortlieb (12.) und Mirjam Puchner (13.) landeten außerhalb der Top Ten. Rädler haderte mit dem knappen Verpassen ihres ersten Stockerlplatzes in der Abfahrt. „Das ist zwar mein bestes Abfahrtsergebnis im Weltcup, aber die Hundertstel ärgern mich schon brutal.“ Unter dem Strich stand für die Team-Kombi-Olympiasiegerin eine deutliche Steigerung nach dem Training und ein genereller Aufwind in der „Königsdisziplin“. „In der Abfahrt ist wirklich ein Schritt nach vor gelungen“, sagte Rädler vor dem die Speedsaison abschließenden Super-G am Sonntag. „Mit dem Super-G bin ich eigentlich gar nicht zufrieden. Morgen ist noch eine Chance, dass wir wieder Freunde werden.“

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