22.11.2018 17:07 |

Streit um neuen KV

Österreichweite Eisenbahner-Warnstreiks ab Montag

Die Gewerkschaft vida hat am Donnerstag für kommende Woche Eisenbahn-Warnstreiks beschlossen. „Die Streiks starten am kommenden Montag“, teilte sie mit. Es könnte dem Vernehmen nach nur am Montag oder auch darüber hinaus gestreikt werden. Details gibt es erst am Freitag. Die Gewerkschaft fordert von der Arbeitgeberseite ein „ordentliches Gesamtpaket“ bei den aktuellen KV-Verhandlungen.  Von der Arbeitgeberseite kam umgehend Kritik am vida-Beschluss.

„Die Gremien der Gewerkschaft vida haben nach intensiven Beratungen einstimmig über alle Fraktionen hinweg österreichweite Warnstreiks im gesamten Eisenbahnsektor beschlossen“, so vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit und der Vorsitzende des Fachbereichs Eisenbahn, Günter Blumthaler.

„Lassen uns nicht mit Almosen abspeisen“
„Die Arbeitgeber haben uns keine Wahl gelassen. Die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner haben Österreich zum Bahnland Nummer eins in der EU gemacht und lassen sich nicht mit Almosen bei den Gehaltserhöhungen abspeisen. Das letzte Angebot der Arbeitgeber hat inflationsbereinigt im Schnitt lediglich 15 Euro brutto im Monat ausgemacht“, kritisierte Hebenstreit.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurden nach monatelangen Verhandlungen in der achten Runde die Kollektivvertragsverhandlungen zwischen der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida und dem Fachverband Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) für die rund 40.000 Bediensteten in eisenbahnspezifischen Berufen abgebrochen.

„Jetzt wird es schnell sehr laut werden“, machte Hebenstreit seine Androhung wahr. Der Fachverband Schienenbahnen habe sein „von Anfang an lächerliches Angebot lediglich weiter aufrechterhalten“, kritisierte er. „Die Leistungen der Eisenbahnerinnen, ihre hohe Produktivität und Flexibilität, werden so mit Füßen getreten. Für weitere Scheinverhandlungen und Zeitverschwendung stehen wir nicht zur Verfügung.“

Gewerkschaft fordert erneut „faires Angebot“
Hebenstreit erneuerte die Forderung nach einem „fairen Angebot, das sich aus der Inflationsabgeltung sowie aus einem gerechten Anteil am Wirtschaftswachstum sowie aus der stark gestiegenen Produktivität der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sowie Verbesserungen im Rahmenrecht zusammensetzen muss“. Eine Prozentzahl nennen die Arbeitnehmer nicht offiziell.

Dem Vernehmen nach sollen es fünf Prozent sein. „Unseren Forderungen werden wird jetzt mit gewerkschaftlichen Kampfmaßnahmen Nachdruck verleihen. Sollte sich die Wirtschaftskammer endlich zu einem fairen Angebot durchringen können, sind wir gerne bereit, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren.“

Arbeitgeber: Warnstreiks „nicht nachvollziehbar“
Von Seiten der Arbeitgeber kam umgehend Kritik am Beschluss der Gewerkschaft. „Dies trägt zu keiner Verbesserung der Situation bei, ganz im Gegenteil“, sagte Arbeitgeber-Chefverhandler Thomas Scheiber. Das Vorgehen der Gewerkschaft sei „absolut unverständlich und nicht nachvollziehbar“.

„Wir gewinnen verstärkt den Eindruck, dass die Gewerkschaft gar kein Interesse an konstruktiven Verhandlungen auf Augenhöhe hat. Von Runde zu Runde werden die Stellungnahmen emotionaler, es wird immer mehr in Worten aufgerüstet und weiter eskaliert“, so Scheiber.

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