"Wie im Horrorfilm!"

Süchtiger Sohn (20) terrorisierte eigene Familie

Tirol
08.01.2010 09:09
"Wir lebten 2,5 Jahre wie in einem Horrorfilm!" – Mutter, Schwester und Stiefvater eines drogenabhängigen Innsbruckers (20) haben am Donnerstag beim Prozess am Innsbrucker Landesgericht von ihrem Leidensweg berichtet. Der sich immer im Kreis drehte: um die Forderung nach Geld für Drogen, um Diebstahl, Drohungen und Gewalt.

"Erst warf ich ihn hinaus, aber er kehrte zumeist bald zurück. Dann forderte er von mir Geld. Wenn ich ihm keines gab, weil ich ihm schon Geld gegeben hatte, bestahl er mich, meine Tochter und seinen Stiefvater. Danach kam es fast immer zu Gewalt-Exzessen." Dieses düstere Bild vom Zusammenleben mit ihrem drogenabhängigen Sohn zeichnete dessen Mutter beim Prozess am Innsbrucker Landesgericht. 

"I bring' enk um!"
Angeklagt war der 20-Jährige wegen Nötigung und gefährlicher Drohungen ("I bring' enk um!") sowie wegen Schlägen, die der junge Mann der Mutter und seiner Schwester (18) verabreicht habe. Beide Frauen hatten dadurch Verletzungen erlitten. Die Schwester berichtete, ihr Bruder habe einmal sogar mit einer Softgun auf sie gezielt.

Verurteilt wurde der Angeklagte nur für Körperverletzungen: zu 300 Euro Geldstrafe. Die Drohungen seien unter "Alltag" einzureihen.

von Hans Licha, Tiroler Krone
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