Fr, 19. Oktober 2018

Bilanz liegt vor

03.10.2018 10:10

Tirol: Zahl der Bergtoten unter 10-Jahres-Schnitt

46 Tote bei Alpinunfällen und damit um drei mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs gab es heuer zwischen 1. Mai und 23. September in Tirol. Angesichts des Jahrhundertsommers sprechen die Spitzen des Kuratoriums für Alpine Sicherheit, der Bergrettung und der Alpinpolizei dennoch von einer erfreulichen Bilanz. Die Zahl liegt außerdem unter dem langjährigen Durchschnitt.

„Österreichweit lag die Zahl der in den Bergen tödlich Verunglückten mit 116 um 13 Prozent unter jener des Vorjahrs und ebenfalls unter dem 10-Jahres-Schnitt‘‘, sagte Karl Gabl, Präsident des Kuratoriums für Alpine Sicherheit auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Innsbruck.

67 der tödlichen Unfälle passierten beim Bergwandern - davon allein 30 in Tirol. Stürzen, stolpern und ausgleiten stellt mit 72 Prozent die häufigste Ursache für Unfälle beim Bergwandern dar, gefolgt von Herz-Kreislaufproblemen. 44 Prozent der in Österreichs Bergen Verunfallten waren Einheimische, gefolgt von 39 Prozent Deutschen.

Anteil der E-Biker an Unfällen gering
Wieder deutlich über dem 10-Jahres-Durchschnitt von 359 lag mit 510 die Zahl von verunglückten Mountainbikern. “Fast die Hälfte aller Mountainbikeunfälle passieren inzwischen in Bike-Parks und auf Trails‘‘, informierte Norbert Zobl, Leiter der Tiroler Alpinpolizei. "Der Trend in dieser Sportart geht eindeutig in Richtung Downhill‘‘, weiß Zobl.

Gerade vor diesem Hintergrund sei ein tolles Bike allein zu wenig. Eine entsprechende Fahrausbildung sei Voraussetzung, um sicher unterwegs zu sein. Entgegen der landläufigen Meinung halte sich der Anteil der E-Biker bei den Unfällen stark in Grenzen. Laut Zobl beträgt er in Tirol lediglich elf Prozent.

Tiroler Bergrettung: Heuer um rund zehn Prozent mehr Einsätze
Schlechte Ausrüstung als Ursache für Bergunfälle gehört laut Peter Veider, dem Geschäftsführer der Bergrettung Tirol, der Vergangenheit an. Er stellt außerdem eine enorme Zunahme junger Menschen fest, die auf den Bergwegen von Hütte zu Hütte unterwegs sind.

Wohl auch deshalb verzeichnete die Tiroler Bergrettung heuer um rund zehn Prozent mehr Einsätze. Gerade einige besonders betroffene Ortsstellen wie Innsbruck, Neustift, Mayrhofen oder Ginzling würden an ihre Grenzen stoßen. Stabil zeigt sich die Zahl der Unfälle auf Gletschern - trotz deren Abschmelzens.

Negativ aus der österreichweiten Statistik sticht die Steiermark hervor. Dort gab es bei den Alpintoten eine Zunahme von unglaublichen 85 (!) Prozent von 13 auf 24 Tote. Eine Erklärung dafür haben die Experten freilich nicht.

Peter Freiberger, Kronen Zeitung

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