Es regnete und regnete, und gegen Mittag ging dann die Sirene los: Die Feuerwehr Rietz musste am Freitag im gesamten Ortsgebiet zu Hochwassereinsätzen mitten im Winter ausrücken. Keller waren vollgelaufen, Unterführungen standen unter Wasser, eine Siedlung deswegen mit dem Auto nicht mehr erreichbar.
Zur Unterstützung wurden die Feuerwehr Telfs sowie ein Kanalspülfahrzeug und eine Kehrmaschine der Firma Höpperger gerufen.
Häuser gegen Sturzbäche sichern
"Es waren ungewöhnliche Szenen, die sich am Freitag abspielten", berichtet Simon Paregger von der Feuerwehr Rietz: "Über die gefrorenen Felder rannen Bäche bis zu Wohnhäusern und setzten dort Keller unter Wasser." Teilweise sei das Wasser auch durch den übervollen Kanal zurück in die Häuser gedrückt worden. "Wir mussten Keller auspumpen und Häuser mit Sandsäcken gegen die heranrinnenden Sturzbäche sichern."
"Das Wasser stand bis zu 1,5 Meter tief"
Zudem waren drei Unterführungen vollgelaufen, eine Siedlung am Bahnweg deswegen zeitweise von der Umwelt abgeschnitten: "Das Wasser stand bis zu eineinhalb Meter tief", berichtet Paregger. Die Feuerwehr Rietz stand mit 45 Mann und 3 Fahrzeugen im Einsatz, die Feuerwehr Telfs mit 12 Mann und 3 Fahrzeugen, auch die Bezirksfeuerwehr Imst half mit.
Vorsicht vor Frostschäden in Gebäuden
Die Tiroler Versicherung warnt in diesem Zusammenhang, Schäden durch Frost in Gebäuden nicht zu unterschätzen: 6,5 Millionen Euro pro Jahr bezahle man als Marktführer allein deswegen.
von Philipp Neuner, Tiroler Krone
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