Mo, 22. Oktober 2018

„Krone-Serie“, Teil 1

24.09.2018 12:07

Wie viel wir jetzt fürs Wohnen bezahlen

Fast jeder stellt sich Monat für Monat die Frage, wie lange er sich das Wohnen wohl noch leisten können wird. Fakt ist: Die Mieten steigen laufend, viele müssen einen Großteil ihres Einkommens für ihr Zuhause berappen. Warum wird das Wohnen immer teurer - und weshalb verdienen mächtige Immobilienmogule immer mehr mit dieser Not? In einer mehrteiligen Serie beschäftigt sich die „Krone“ mit dem knapper werdenden Angebot und vor allem mit der Frage, wo leistbares Wohnen noch gefunden werden kann.

Schon ein rundes Drittel des Haushaltsbudgets wenden wir für neue Mieten oder Eigenheime auf. Und fast überall steigen die Preise weiter. 80 Prozent Prozent der Österreicher sind laut diverser Umfragen an sich zufrieden mit ihrer Wohnung. Andererseits möchte oder muss etwa jeder Vierte in den nächsten Jahren eine neue Bleibe finden. Doch das wird schwieriger, denn leistbarer Wohnraum ist in vielen Gegenden des Landes knapp, und das wird sich  in nächster Zeit auch nicht ändern. Folge: Wer jetzt sucht, muss rechnen, etwa 35 Prozent seines Haushaltseinkommens für Miete beziehungsweise Kreditrückzahlung plus Betriebskosten auszugeben.

Knapp 506 Euro sind im Schnitt pro Monat für Mietwohnungen fällig, so die Statistik Austria. Hauseigentümer kommen mit 410 Euro, Wohnungsbesitzer mit 446 Euro nicht viel billiger davon. Neben diesen nackten Zahlen macht vor allem der Anstieg all dieser Kosten den Wohnungssuchenden Sorgen. Neu abgeschlossene private Hauptmietverträge haben sich seit 2007 um 36 Prozent verteuert, bei Genossenschafts- (plus 25 Prozent ) sowie Gemeindewohnungen (plus 30 Prozent ) war es kaum besser. Wohnungseigentum liegt mit 29 Prozent Plus in der Mitte.

Es wird also eng. Allerdings mit regionalen Unterschieden: So sind in Wien und Salzburg Mieten von über 13 Euro je Quadratmeter üblich. Tirol sowie Vorarlberg sind nicht viel günstiger. Im Burgenland hingegen ist man schon mit 7,70 Euro dabei. Die anderen liegen im Mittelfeld. Wohlgemerkt, das gilt jeweils für neue Vermietungen, was Wohnungswechsler, Jungfamilien usw. besonders trifft. Mit „Altverträgen“ lebt sich’s hingegen billiger.

Will man sich ein Eigenheim zulegen, dann ist preislich auch hier das Burgenland erste Wahl. Gemäß den Verkaufspreisen im Grundbuch kosten Wohnungen dort aktuell im Schnitt knapp 108.000 Euro - dafür bekommt man in Vorarlberg, wo 265.000 Euro marktüblich sind, nicht einmal eine halbe Bleibe. Auch in Tirol, Salzburg und Wien sind über 220.000 Euro hinzublättern. Klar, dass sich die Wohnsituation zwischen Stadt und Land unterscheidet. Niedrigere Kosten sowie ein höherer Anteil an Einfamilienhäusern führen dazu, dass alle mehr als vier Zimmer zur Verfügung haben, die Wiener hingegen nur 3,3. Anders gesagt, lebt jeder Burgenländer auf 53,6 Quadratmetern, ein Hauptstädter muss sich mit 36,7 Quadratmetern begnügen - das geht auch, weil der Single-Anteil mit 45 Prozent besonders hoch ist.

Kronen Zeitung

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