Mi, 17. Oktober 2018

Fachkräfte-Not

17.09.2018 07:45

Friseure sind Mangelware

Egal, ob Zeitungsinserate, AMS-Ausschreibung oder auch Internet-Annoncen: Beinahe acht Monate suchte Friseurmeister Bernhard Neumayr aus Großarl nach einer Mitarbeiterin. Und wurde erst Ende August fündig. Allein ist er damit nicht: Im Bundesland Salzburg werden derzeit 58 Fachkräfte und 42 Lehrlinge gesucht.

Friseurmeister Bernhard Neumayr - der schon seit 17 Jahren seinen Friseur-Salon in Großarl führt - ist sichtlich erleichtert. Lange Jahre arbeitete er mit drei Angestellten und zwei Lehrlingen in seinem Geschäft im herrlichen Tal der Almen. Doch Ende vergangenen Jahres machten ihm Karenzen einen Strich durch seine Personalplanung. Seit dem Frühjahr stand er plötzlich nur noch mit einer Auszubildenden und einer Halbzeit-Kraft im Geschäft - teils 60 Stunden die Woche.

Helfenden Ersatz hat er erst mit Lena Laireiter Ende August gefunden: „Wir haben bereits seit Jänner intensiv gesucht, wie über Zeitungsinserate oder auch das AMS. Aber erst im August haben wir Lena als neue Vollzeitkraft gewinnen können, weil unser Lehrling sie kannte und wusste, dass die junge Frau wechseln will“, berichtet Neumayr. „Bei uns ist die Suche fast schon eine Ortssache, keiner will zu uns ins Tal fahren.“
Allein ist der Firmen-Inhaber mit diesem Problem jedoch nicht: Laut dem neuen Fachkräfte-Radar der Wirtschaftskammer werden derzeit im Bundesland Salzburg 58 Friseurinnen sowie 42 Lehrlinge gesucht. 35 Fachkräfte sind arbeitslos gemeldet. Der Mangel habe seine Gründe, sagt Landesinnungsmeister Wolfgang Eder: „Einerseits schrumpft die Jugend, andererseits geht der Trend auch zu Ein-Personen-Unternehmen. Und zudem werden nicht alle Friseure, die ihre Lehre abgeschlossen haben.“

Die Innung will dem Mangel gegensteuern, vor allem der zweite Bildungsweg soll attraktiver werden. Eder: „Wir würden gerne unter bestimmten Voraussetzungen versuchen, die Lehre auf 18 Monate zu verkürzen und das Theoriewissen in fünf Wochenblöcken am Wifi anbieten, anstatt in der Berufsschule. Wir könnten dabei den Praktikanten-Lohn von 1500 Euro bezahlen.“

Verena Seebacher
Verena Seebacher

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