Fr, 16. November 2018

Galerie Welz:

13.09.2018 07:43

Fern jeglicher Moden

Kremsmayers rätselhafte Welt, und Richters Untersberg-Geschichten.

Dass Hermann Kremsmayer für seine Malerei eine ganz eigenwillige Mischung an Zutaten findet, rührt vielleicht auch daher, dass er sich mit seinem Atelier in einer ehemaligen Brotfabrik in Wien Favoriten angesiedelt hat, bestimmt aber von seinen jahrelangen Auslandsaufenthalten.

Nach seinem Studium an der Universität der bildenden Künste in Wien zog es den gebürtigen Salzburger nämlich in die USA, Pakistan oder Barcelona, wo sich durch Begegnungen mit Künstlern wie Antoni Tàpies oder Joan Hernández Pijuan sein Weitblick für die Malerei schärfte, und er sie seither nicht, wie sonst oft üblich, bloß mit Gedanken nährt.

Seine oft großformatigen Arbeiten sind beseelt von Gefühlen, Affekten und Sinneseindrücken und verweben Abstraktes mit Figürlichem. „Ich bin kein Künstler, der sich mit gängigen Themen auseinandersetzt, vielmehr beschäftige ich mich mit jenen, die über ,Gedankenmoden’ weit hinausgehen. Pflichtgestaltung interessiert mich in keinster Weise, sondern mir geht es darum das eigene Leben, die Emotionen mit der ganzen Gestaltungskraft der Malerei auszudrücken“, verrät Kremsmayer bei der Ausstellungseröffnung in der Galerie Welz.

Dabei kristallisieren sich die Wesen und Körper aus seinen ausdrucksstarken Farbräumen und anmutenden Materialkombinationen - er arbeitet auch mit Sand und anderen rauen Materialien - nur zögerlich heraus. Die Farben und Formen aus ihrer Umgebung strömen nämlich teilweise in sie hinein, oder aus ihrem Inneren heraus.

In seinem Werk „Zuwendung“ verschmilzt z.B. Rot mit kräftigem Lila und wird vom zarten Gelb scheinbar sanft geküsst - somit braucht es für des Rätsels Lösung und die Offenbarung von Kremsmayers, und letztlich auch unserer aller Welt ein geduldiges Auge. Dieses Verschwimmen von figurativer mit ungegenständlicher Malerei rührt auch daher, dass sich Kremsmayer weder von den fleischigen Rubens Damen, noch der asketischen Gegenstandslosigkeit angezogen fühlt, und so seinen ganz eigenen Weg geht. „Ich baue mir lieber etwas zusammen, wie es mir gefällt.“

„Ansichtssache“ im wahrsten Sinne des Wortes sind auch die Arbeiten von Wolfgang Richter. Der gebürtige Deutsche zeigt nämlich im ersten Stock der Galerie 20 Ansichten des Untersbergs. Dabei handelt es sich nicht um Postkarten-, sondern Alltagsansichten, die Richter von Oberndorf, über die Stadt Salzburg bis hin nach Berchtesgaden zunächst mit der Kamera einfing, um sie dann in Tuschezeichnungen und Farblinolschnitten festzuhalten und die vielen Facetten des Berges zu zeigen. Inspirieren ließ er sich dafür von den Farbholzschnitten Katsushika Hokusai (1760-1849) und seinen Ansichten des Berges Fuji.

Tina Laske
Tina Laske

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