Eigentlich hätte der 14-Jährige am Montag wieder die Schulbank drücken müssen. Stattdessen saß der Tschetschene vor dem Strafrichter in Graz. Der Vorwurf: Beinahe hätte er seiner Lehrerin mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Ein Kollege kam der erschrockenen Pädagogin rechtzeitig zu Hilfe, zerrte ihn weg.
Die Debatte um schwer integrierbare Kinder ist aktueller denn je. Dieser Vorfall verdeutlicht das Problem einmal mehr. Dass die Vergangenheit des 14-Jährigen furchtbar war, ist Richter Raimund Frei durchaus bewusst. Als ihn die Integrationslehrerin übernommen hat, soll er hilfsbereit und entgegenkommend gewesen sein. Doch plötzlich, als er zu boxen begann, veränderte er sich. Vor allem Frauen gegenüber wurde er ausfällig, beschimpfte sie als „Huren“ und „Schlampen“.
„Passte ihm was nicht, ballte er die Faust“, erzählt die Lehrerin. Im Mai 2018 artete die Situation aus: Der Bub war vor die Tür gesetzt worden - zum wiederholten Mal hatte er den Unterricht massiv gestört. Weil er Durst hatte, ging er einfach ins Klassenzimmer zurück. Als ihn die Lehrerin rauszitierte, ballte er die Faust, holte aus. Ein Kollege ging im letzten Moment dazwischen: „Sie ist nicht mein Boss!“ - „In der Schule ist sie das sehr wohl“, maßregelt ihn der Richter.
Der Bursch entschuldigt sich doch und kommt so mit einer Diversion davon samt Bewährungshilfe und intensiver psychologischer Betreuung. „Höre ich was, geht die Verhandlung weiter!“, mahnt Herr Rat.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.