Mi, 19. September 2018

Bank schloss Konto

18.08.2018 06:47

Kokainsüchtige Klagenfurter hoffen nun auf Entzug

Jenes Klagenfurter Paar, das mit Betrug 35.000 Euro abgezockt hat, um seine Sucht zu finanzieren, stand schon unter der Beobachtung der Bank. Das eigens für den Betrug eingerichtete Konto wurde vom Geldinstitut geschlossen, weil dieses vermutete, dass es sich um ein „Geldwäsche-Konto“ handeln würde. Die beiden hoffen nun auf einen Therapieplatz.

Der 30-Jährige und seine Freundin haben wie berichtet regelmäßig Kokain konsumiert. Um die Sucht zu finanzieren, zockten sie mit dem „Verkauf“ von nicht existierenden Handys Leute ab. Raimund Messner von der Kripo Klagenfurt: „Sie haben im Internet Fotos gesucht und diese dann gepostet. Für die Handys, die sie „günstig“ abgeben wollten - zu Preisen bis zu 600 Euro - mussten die Interessenten Vorauskasse leisten. Keines der 65 Opfer hat je ein Handy gesehen. Die beiden Klagenfurter haben aber mit dieser Masche 35.000 Euro kassiert.

Dann aber stellten sie sich: „Sie wollten auf der Stelle verhaftet und ins Gefängnis gesteckt werden.“ Weil das aber gesetzlich nicht sofort möglich war, machten sie bis zu ihrer Verhafting mit den Betrügereien weiter. Jetzt sitzt das Paar in U-Haft. Gruppeninspektor Messner: „Es geht ihnen scheint’s besser. Sie werden auch medizinisch versorgt.“ Der Mann und die 27-Jährige waren zwar für den Entzug vorgemerkt gewesen; aus Platzmangel wurde ihnen aber abgesagt.

Im Falle einer Verurteilung hätten die beiden eine Chance, doch noch zu einem Entzug zu kommen, wie Richter Christian Liebhauser-Karl erklärt: „Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit für Therapie statt Strafe. Dazu muss das Strafverfahren abgewickelt werden. Dann wird geprüft, ob der oder die Betreffende für die Therapie überhaupt in Frage kommt. Es muss wirklich eine Abhängigkeit bestehen und außerdem muss die Therapie Aussicht auf Erfolg haben. Therapien kosten pro Person bis zu 30.000 Euro. Dieses Geld gibt der Bund nicht leichtfertig aus.“

Sollte es für die beiden diese „Therapie statt Strafe“ nicht geben, müssten sie sich erneut privat um eine Entzugsmöglichkeit kümmern.

Serina Babka
Serina Babka

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